Vorbereitung
- Beginnen Sie damit: Schauen Sie sich dieses Video an – ein Interview. Beim Aktiven Zuhören arbeiten Sie neben dem inhaltlichen Zuhören mit dem Körper: durch zustimmendes Nicken und aufmerksam-bestätigendes Summen. Schauen Sie sich dieses Video an (TEDx-Talk); es veranschaulicht dies sehr gut.
- Bereiten Sie Impulse in Form von Fragen für die Klasse vor. Einige Beispiele finden Sie unten.
Schritte in dieser Aktivität
- Den Rahmen setzen und die Sinne schärfen
- Aktives Zuhören einführen
- Sitzungen zum Aktiven Zuhören 1 & 2
- Reflexion
Hinweis: Die folgenden Schritte können – sobald die Prinzipien des aktiven Zuhörens verstanden sind – auch einzeln geübt werden.
Schritt 1: Den Rahmen setzen und die Sinne schärfen
(15 Minuten, optional)
Dieser Schritt ist optional; Sie können direkt mit Schritt 2 beginnen.
- Starten Sie mit einem Spiel.
- Stellen oder setzen Sie sich im Kreis auf.
- Laden Sie alle ein, mit einer einfachen Bewegung auszudrücken, wie sie sich gerade fühlen – ohne Worte.
- Gehen Sie reihum: Jede*r zeigt die Bewegung; wenn es die Zeit erlaubt, imitiert die Gruppe die jeweilige Bewegung.
- Leiten Sie eine kurze Reflexion mit zwei Fragen an:
- Haben Sie verstanden, was die anderen mit ihrer Bewegung ausdrücken wollten?
- War das leicht oder schwierig zu verstehen?
Schritt 2: Aktives Zuhören einführen
(10 Minuten)
- Stellen Sie sicher, dass die Teilnahme freiwillig ist, und erklären Sie, worum es geht. Weisen Sie darauf hin, dass alles Gesagte vertraulich bleibt.
- Bilden Sie Paare in einer Umgebung, in der sich alle sicher fühlen und Mimik gut erkennen können.
- Wenn zwei Lehrende anwesend sind, demonstrieren Sie kurz das Gegenteil von aktivem Zuhören (wegschauen, ungeduldig mit dem Fuß wippen, aufs Handy schauen). Fragen Sie anschließend, wie sich das angefühlt hat, und sammeln Sie Ideen der Lernenden: Was macht gutes Zuhören aus? – so entstehen oft schon viele Kernprinzipien.
- Führen Sie Schlüsselprinzipien des aktiven Zuhörens ein:
- Die andere Person ohne Unterbrechung sprechen lassen.
- Raum geben – kurze Stille ermöglicht Reaktion und Reflexion.
- Fragen erst nach einer Pause stellen und offen formulieren (z. B. Was…, Wie…).
- Wiederholen/Paraphrasieren zentraler Wörter oder Sätze.
- Rückmeldung geben, z. B. Themen hervorheben oder zusammenfassen.
- Schließen Sie die Einführung mit 3 Minuten für Fragen.
Schritt 3: Sitzungen zum Aktiven Zuhören 1 & 2
(12 Minuten)
- Bestimmen Sie Sprechende und Zuhörende für die erste Runde und nutzen Sie die vorbereiteten Fragen. Die sprechende Person darf Fragen umformulieren und spricht in eigenem Tempo. Die zuhörende Person wählt ein bis zwei Kernprinzipien aus und übt diese bewusst. Ein möglicher Einstieg: Was sind deine Gedanken zu …
- Die sprechende Person spricht fünf Minuten.
- Danach Rollen tauschen und wiederholen.


Lernende in Paaren und Trios beim aktiven Zuhören in einem Naturraum. Foto: Marte Maurabakken/Climate Creativity.
Schritt 4: Reflexion
(10 Minuten)
- Individuelle Reflexion (2 Minuten, schriftlich). Leitfragen:
- Wie hat es sich angefühlt, zuzuhören?
- Wie hat es sich angefühlt, gehört zu werden?
- Zweier-Reflexion (2 Minuten).
- Plenum (5 Minuten).
- Erkenntnisse festhalten.
Was tun – was vermeiden?
Anpassungen
Beispielhafte Impulsfragen:
Beschreiben Sie einen Ort, den Sie mögen und an dem Sie sich ruhig oder sicher fühlen.
- Erzählen Sie von einer Situation, in der Ihnen jemand geholfen hat – oder in der Sie jemandem geholfen haben.
- Teilen Sie, was Ihnen in Bezug auf Natur oder Klima wichtig ist.
Für jüngere Lernende kann es hilfreich sein, zunächst nur ein oder zwei Prinzipien einzuführen, z. B.:
- Die andere Person nicht unterbrechen.
- Wenn Sie etwas nicht verstehen, stellen Sie offene Fragen: Was meinst du mit …?, Wie machst du …?
Sie können auch den folgenden Videoclip einsetzen und fragen: Worin unterscheiden sich die Gesprächsweisen? Was meinen Sie, warum hat BingBong angefangen zu sprechen? https://www.youtube.com/watch?v=t685WM5R6aM
Wir laden Sie stets ein, diese Aktivität an die Bedürfnisse Ihrer Lernenden anzupassen, einschließlich unter Berücksichtigung ihrer Neurodiversität. Beim Anpassen von Tools und Aktivitäten für neurodivergente Lernende gilt: Es geht nicht darum, andere so zu behandeln, wie Sie behandelt werden möchten, sondern so, wie sie behandelt werden möchten. Fragen, zuhören und offen bleiben für unterschiedliche Wege des Lernens und der Beteiligung.
Quellen
Active Listening ist ein von Legacy17 für CLARITY adaptiertes Tool; es ist wichtig anzuerkennen, dass es viele weitere Ausprägungen gibt – und das ist gut so. Zuhören ist ein zentrales Element von Kommunikation; die Vielfalt der Ansätze hilft, unterschiedlichen Bedarfen und Kontexten gerecht zu werden.
Weitere Lektüre und vertiefende Anleitungen: https://hostingtransformation.eu/method/30187/
Center, N. P., & Borhan, C. (2022). Those who Listen, Change the World: The Little Book on Dialogue.
—
Um Ihre Lernenden beim Zuhören zu unterstützen, können die folgenden Anweisungen eingeblendet oder ausgedruckt werden. Sichtbare, jederzeit zugängliche Anleitungen entlasten das Arbeitsgedächtnis und schaffen kognitive Ressourcen für die eigentliche Aufgabe.


