Überblick

Diese Aktivität knüpft an neue regenerative Narrative an (z. B. ein guter Vorfahr werden, mehr-als-menschliche Politik), die heute in der Klima- und Umweltarbeit entstehen. Gemeinsam mit Lernenden wird ein Manifest zu klimaresilienten und regenerativen Zukünften verfasst. Alternativ kann ein Leitfaden erstellt werden, der die Bedingungen fördert, unter denen vielfältige klimaresiliente und regenerative Zukünfte vor Ort Wirklichkeit werden können. Diese Aktivität baut auf der vorherigen „Projekte untersuchen, die zu Resilienz und Regeneration beitragen“ (4.4.1.) auf.

Lehrplanbezug

Sprache & Literatur, Geografie, Politische Bildung & Sozialkunde, Ethik, Religion und Philosophie, Fächerübergreifende & Globale Kompetenzen Nachhaltigkeits- & Klimabildung an Hochschulen

Aufgebaute Kompetenzen

Anpassungsfähigkeit, Vorstellungs-kraft, Innovation, Regeneratives Denken

Vorbereitung

  • Machen Sie sich mit Zweck und Formaten von Manifesten vertraut und suchen Sie inspirierende Beispiele. 

Kompetenzen/Aktivitäten, die die Lehrperson zuerst üben sollte:

Ebenen in der Aktivität 

  1. Manifesto 
  2. Guidebook

Level 1: Manifest

  1. Erklären Sie in der ersten Sitzung, dass ein Manifest ein Dokument ist, das öffentlich die Haltung oder das Programm der Herausgebenden erklärt. Es vertritt eine Sammlung von Ideen, Meinungen oder Sichtweisen und kann auch einen Aktionsplan darlegen. Thematisch kann es alles abdecken, häufig betrifft es Kunst, Literatur oder Politik. Manifeste werden in der Regel im Namen einer Gruppe verfasst, die eine gemeinsame Perspektive oder ein gemeinsames Ziel teilt.
  2. Laden Sie die Lernenden ein, ein Manifest über die klimaresiliente und regenerative Welt zu schreiben, zu der sie beitragen möchten – als Gelegenheit, Gelerntes zu verdichten, wertebasierte Ansätze zu benennen und Handlungsimpulse in einem Format zu formulieren, das ein Bekenntnis zum Handeln vermittelt.
  3. Teilen Sie – zusätzlich zur Einführung in Zweck und Aufbau – inspirierende Beispiele und regen Sie die Lernenden an, über Schlüsselelemente ihres Manifests nachzudenken: ihr Verständnis des Kontexts, die entwickelte Vision sowie die nächsten Schritte, die sie als Gruppe und/oder gemeinsam mit lokalen Akteur:innen gehen wollen.
  4. Ermöglichen Sie in den folgenden zwei Sitzungen (oder mehr, falls nötig) die Arbeit in Kleingruppen an unterschiedlichen Abschnitten des Manifests. Diskutieren Sie strittige Punkte; wo Positionen unvereinbar scheinen, fördern Sie das Entwickeln eines dritten Weges.
  5. Betonen Sie, dass das Manifest weder perfekt noch lang sein muss. Der Wert der Übung liegt darin, Erkenntnisse aus Aktivität 3.4.1 „Resilienz und Regeneration gestalten“ zu integrieren und kollektive Entscheidungsfindung einzuüben – stets eine Herausforderung.
  6. Motivieren Sie die Lernenden, ihr Manifest zu gestalten und zu illustrieren, es als Poster im Klassenraum zu zeigen und/oder mit der lokalen Verwaltung zu teilen.
  7. Optional: Alle drei Monate reflektieren die Lernenden ihren Fortschritt bei der Umsetzung der im Manifest notierten nächsten Schritte und/oder die tiefere Veränderung, die sich bei ihnen oder in der Gruppe zeigt. 

Level 2: Leitfaden

  1. Ziel des Leitfadens ist es, Erkenntnisse, Vorschläge, Empfehlungen und offene Fragen zu sammeln, die anderen Lernenden oder Community-Gruppen helfen, förderliche Bedingungen für Klimaresilienz und Regeneration vor Ort zu schaffen.
  2. Ein Leitfaden ist komplexer und ausführlicher als ein Manifest. Er unterstützt die Lernenden dabei, ihre Lerngewinne weiter zu integrieren, indem sie einen Schritt zurücktreten und jene Informationen, Ansätze, Methoden und Tools reflektieren, die ihnen am meisten geholfen haben, Klimaresilienz, Regeneration, transformativen Wandel zu verstehen – und in Gruppen konkrete Vorgehensweisen zu entwerfen und/oder zu handeln (falls erfolgt).
  3. Der Prozess der Erstellung ist wichtiger als die letztlich geteilten Inhalte. Achten Sie besonders darauf, den Leitfaden nicht als „die Methode“ auszugeben, die überall anzuwenden sei. Die Übung bietet Raum, die eigene Positioniertheit in Bezug auf die Zielgruppe zu reflektieren (z. B. andere Lernende am Beginn ihrer transformativen Reise zu Klimaresilienz und Regeneration in der Stadt, lokale Gemeinschaftsmitglieder …).
  4. Der Leitfaden kann als Bericht oder in multimedialem Online-Format erscheinen – mit Bildern, Audio-/Video-Material und Austauschmöglichkeiten.
  5. Der Leitfaden kann Wissenschaft, Kunst, Emotionen, Beziehungen, Technologie u. a. verweben. Form und Aufmachung dürfen kreativ sein.
  6. Ermutigen Sie die Lernenden zur Gruppenarbeit, schlagen Sie ggf. mehrere Leitfäden vor und/oder teilen Sie verschiedene Abschnitte unterschiedlichen Gruppen zu.
  7. Planen Sie ausreichend Zeit ein, damit Lernende ihre Kreativität entfalten und mit Akteur:innen der Zielgruppe abstimmen können, um den Leitfaden bedarfsgerecht zu gestalten. Vermitteln Sie: Es ist besser, nachzufragen, was interessiert, als anzunehmen, was gebraucht wird.
  8. Regen Sie an, den Leitfaden breit zu teilen, eine Präsentationsveranstaltung zu organisieren und Feedback zur Nutzung und Nützlichkeit einzuholen. 

Was tun – was vermeiden?

Tun

  • Organisieren Sie regelmäßige Q&A-Runden mit den Gruppen, um sowohl bei fachlichen Fragen als auch im Schreibprozess zu unterstützen.
  • Ermutigen Sie kreative Ansätze, um Inhalte des Leitfadens mit anderen Lernenden zu teilen.
  • Fordern Sie ein klares Zitier-/Nachweissystem für die Quellen des Dokuments; diese sollten öffentlich und für Leser:innen leicht zugänglich sein.
  • Prüfen Sie – falls eine Veröffentlichung geplant ist – die wissenschaftliche Belastbarkeit der technischen Abschnitte vorab.

Vermeiden

  • Vermeiden Sie eine vorgefasste Vorstellung, was die Zielgruppe braucht oder möchte.
  • Vermeiden Sie, die Kreativität der Lernenden beim Format des Leitfadens einzuschränken.

Anpassungen

Bieten Sie vielfältige Optionen, was ein Leitfaden sein kann, damit Lernende ein Format wählen können, mit dem sie gern arbeiten. Ermutigen Sie sie, das Format im Arbeitsprozess weiterzuentwickeln und Verbreitungswege zu wählen, die sie recherchiert haben und erproben möchten.

Wir laden Sie stets ein, diese Aktivität an die Bedürfnisse Ihrer Lernenden anzupassen, einschließlich unter Berücksichtigung ihrer Neurodiversität. Beim Anpassen von Tools und Aktivitäten für neurodivergente Lernende gilt: Es geht nicht darum, andere so zu behandeln, wie Sie behandelt werden möchten, sondern so, wie sie behandelt werden möchten. Fragen, zuhören und offen bleiben für unterschiedliche Wege des Lernens und der Beteiligung.  

Quellen

Diese Aktivität wurde von One Resilient Earth entworfen, basierend auf Aktivitäten mit verschiedenen Akteursgruppen und Gemeinschaften.

Global Center on Adaptation. (2022). Case Studies on Adaptation and Climate Resilience in Schools Schools and Educational Settings. In https://gca.org/reports/case-studies-on-adaptation-and-climate-resilience-in-schools-and-educational-settings/ 

Gibb, N. (2016). Getting climate-ready: a guide for schools on climate action. In UNESCO eBooks. https://doi.org/10.54675/moyx1103 

Allgemeine Informationen

  • Altersgruppe: 12+
  • Dauer: Ein oder zwei Unterrichtseinheiten (ca. 45-90 Minuten), Längere Projekte
  • Gruppengröße:

  • Schwierigkeitsgrad: Medium

  • Material/Raum: Tools zur Textbearbeitung/-gestaltung
  • Ort: Drinnen

  • Einbindung externer Stakeholder: Nicht zwingend.