Vorbereitung
- Decken/Matten mitbringen; mit den unten beschriebenen Schritten vertraut machen.
Schritte in dieser Aktivität
- Reise nach Jerusalem
- Naturbewegungen erfinden
- Gemeinsam mit Bewegungen eine Geschichte erzählen
- Atmen wie die mehr-als-menschliche Welt
- Ein Tier und eine Emotion verkörpern
Tipp: Wählen Sie die Reihenfolge der Schritte passend zum Energielevel der Gruppe. Zum Beispiel Schritt 1 (Reise nach Jerusalem) für mehr Aktivierung oder Schritt 4 (Atmen wie die Natur), um Lernende zu beruhigen.
Schritt 1: Reise nach Jerusalem – mit Decken (oder Yogamatten)
Dieser Schritt dient dazu, die Gruppe zu aktivieren und Lust auf Bewegung zu machen. Nutzen Sie die Erfahrung der Lernenden, um zu reflektieren, wie die Klimakrise Lebensräume vieler Arten schrumpfen lässt.
- Breiten Sie etwa halb so viele Decken aus, wie es Lernende gibt.
- Bitten Sie die Lernenden, sich um die Decken herum zu bewegen – große oder kaum sichtbare Bewegungen, schnelle Läufe oder langsames Kriechen, alles ist möglich. Sagen Sie an: Sobald die Musik stoppt, muss jede Person eine Decke finden, auf der sie stehen kann.
- Stoppen Sie die Musik; alle suchen sich eine Decke. Mehrere Personen dürfen auf einer Decke stehen.
- Erhöhen Sie die Schwierigkeit, indem Sie eine oder mehrere Decken entfernen. Starten Sie die Musik erneut; alle verlassen die Decken und bewegen sich wieder. Wiederholen Sie dies, sodass nach und nach weniger Decken verfügbar sind.
- Beenden Sie das Spiel, wenn die Gruppe kaum noch auf die wenigen verbliebenen Decken passt. Es gibt keine individuellen „Verlierer*innen“ – alle erleben gemeinsam, wie der Deckenraum knapper wird.
- Optional (für ältere Lernende): Reflexion. Welche Tiere verlieren durch die Klimakrise Lebensraum/Deckung? Beispiele:
- Eisbär: leidet unter zurückgehendem Meereis
- Hase: weniger Schneebedeckung macht ihn im Winter sichtbarer
- Hochgebirgsarten: mehr Konkurrenz, weil andere Arten mit steigenden Temperaturen nach oben wandern (z. B. Polarfuchs)
Schritt 2: Naturbewegungen erfinden
- Geben Sie den Lernenden (einzeln oder in 2–3er-Gruppen) 5 Minuten, um eine kurze, tierinspirierte Bewegung zu erfinden (z. B. mit den Armen wie ein Schmetterling flattern oder wie ein Elefant stampfen). Die Sequenz sollte kurz sein (z. B. drei Bewegungen), gut merkbar und vor der Klasse vorzeigbar.
- Jede Kleingruppe zeigt ihre Bewegung; anschließend wiederholt die ganze Klasse diese. Eine große Kreisanordnung eignet sich gut.
Schritt 3: Gemeinsam mit Bewegungen eine Geschichte erzählen
- Ankündigen, dass nun aus den tierischen Bewegungen eine kurze Geschichte entsteht. Wichtig: Spaß und Bewegungserkundung sind wichtiger als perfekte Logik.
- Beginnen Sie mit „Es war einmal …“.
- Reihum führen die Lernenden ihre Bewegungen aus und fügen Worte hinzu. Beispiel: Eine Gruppe mit Schmetterlingsbewegung sagt: „… da war ein Schmetterling …“. Die nächste Gruppe (Elefant) ergänzt: „… der einem wütenden Elefanten begegnete …“ usw.
- Notieren Sie die Geschichte währenddessen und helfen Sie mit freundlichen Nachfragen, wenn jemand stockt.
- Lesen Sie die fertige Geschichte vor, während die jeweiligen Bewegungen passend ausgeführt werden.
Schritt 4: Atmen wie die mehr-als-menschliche Welt
- Lernende sitzen im Kreis, wenn möglich auf dem Boden.
- Führen Sie einige Minuten lang an, im Rhythmus verschiedener Naturelemente zu atmen: Wellen, Wind, Flügelschlag eines Kolibris, Blauwal.
- Optional: Nutzen Sie Umgebungsgeräusche (z. B. am See/Meer) oder Aufnahmen (Wellen, Wind).
- Lassen Sie Zeit und heißen Sie Rückmeldungen willkommen.
Schritt 5: Ein Tier und eine Emotion verkörpern
- Lernende wählen und nennen ein Tier, das sie verkörpern möchten.
- Sie nennen auch Ihr eigenes Tier.
- Alle nehmen eine passende Pose ein (z. B. T-Rex mit kurzen Vorderarmen, Eichhörnchen hockend, Krokodil liegend).
- Nennen Sie eine Emotion und lassen Sie alle sich bewegen, als würde ihr Tier diese Emotion fühlen.
- Variieren Sie mit weiteren Emotionen.
- Abschluss mit Reaktionen/Reflexionen – teilen Sie auch eigene Eindrücke.
Was tun – was vermeiden?
Tun
Beobachten Sie Ihre Lernenden aufmerksam. Wenn sich jemand unwohl fühlt – z. B. weil das „Habitat“ zu eng wird –, beenden Sie den Schritt und wechseln Sie zu einem nächsten Schritt, einer Pause oder einer Reflexionsrunde.
Anpassungen
Für Lernende, die sich auf Decken/Gras schwer bewegen können: Verzichten Sie auf Decken und zeichnen Sie stattdessen Kreise auf den Boden, in die sich die Lernenden stellen. Um das „Habitat“ zu verkleinern, streichen Sie nach und nach Kreise durch, statt Decken zu entfernen.
Wir laden Sie stets ein, diese Aktivität an die Bedürfnisse Ihrer Lernenden anzupassen, einschließlich unter Berücksichtigung ihrer Neurodiversität. Beim Anpassen von Tools und Aktivitäten für neurodivergente Lernende gilt: Es geht nicht darum, andere so zu behandeln, wie Sie behandelt werden möchten, sondern so, wie sie behandelt werden möchten. Fragen, zuhören und offen bleiben für unterschiedliche Wege des Lernens und der Beteiligung.
Quellen
Diese Aktivität wurde von Climate Creativity entwickelt.
Zahlreiche metaanalytische Übersichtsarbeiten zeigen, dass Mind-Body-Praktiken motorische, kognitive und affektive Funktionen in gesunden wie klinischen Populationen wirksam fördern.
Han, Y. M. Y., Chan, M. M. Y., Choi, C. X. T., Law, M. C. H., Ahorsu, D. K., & Tsang, H. W. H. (2023b). The neurobiological effects of mind–body exercise: a systematic review and meta-analysis of neuroimaging studies. Scientific Reports, 13(1). https://doi.org/10.1038/s41598-023-37309-4
Mualem, R., Leisman, G., Zbedat, Y., Ganem, S., Mualem, O., Amaria, M., Kozle, A., Khayat-Moughrabi, S., & Ornai, A. (2018b). The effect of movement on cognitive performance. Frontiers in Public Health, 6. https://doi.org/10.3389/fpubh.2018.00100

