Aktivität 2.4.5:

Naturbasierte Kunst

Überblick

Diese Aktivität nutzt natürliche Materialien und Landschaften als Medium künstlerischen Ausdrucks und verbindet Menschen durch kreatives Tun mit ihrer Umwelt. Beispiele naturbasierter Kunst sind das Gestalten eines naturbasierten Mandalas oder eines Ton-Gesichts an einem Baum. Ein Mandala aus gesammelten Zweigen, Steinen, Blumen und Blättern fördert eine kontemplative Beziehung zur Natur und stärkt zugleich die Zusammenarbeit. Es ist als vergängliches/temporäres Werk gedacht und regt zur Reflexion über unser Verhältnis zur Zeit an – einschließlich der zyklischen Natur des Lebens. Ton-Gesichter an Bäumen können das Thema der Kommunikation zwischen Pflanzen einführen und zu Überlegungen über Animismus anregen.

Lehrplanbezug

Naturwissenschaften, Kunst

Aufgebaute Kompetenzen

Empathie, Denken in Verbundenheit, Systemdenken

Vorbereitung

  • Informieren Sie sich über Land Art und/oder Mandalas. 

Schritte in dieser Aktivität

  1. Sammeln
  2. Gestalten
  3. Reflexion

Schritt 1: Sammeln

  1. Bringen Sie die Lernenden an einen Ort in der Natur, an dem sie natürliche Materialien sammeln dürfen und Platz für Skulpturen, Assemblagen und Installationen vorhanden ist.
  2. Lassen Sie die Lernenden den Ort erkunden und mögliche Materialien sowie geeignete Plätze für gemeinsames Gestalten entdecken. Das Material sollte hauptsächlich aus herabgefallenen Blättern, Zweigen oder nicht mehr wachsenden Blumen bestehen sowie aus kleinen Steinen und anderen leicht versetzbaren Mineralien, die anschließend wieder an ihren ursprünglichen Ort zurückgebracht werden können. Das Sammeln darf das lokale Ökosystem nicht schädigen.
  3. Bilden Sie Kleingruppen von 5–6 Lernenden und geben Sie ihnen Zeit, individuell oder gemeinsam Materialien für ihre naturbasierte Kunst zu sammeln. 
Learners collaborating to design and build their own piece of land art. Photo by Carmelo Zamora, REAL School Budapest
Lernende entwerfen und bauen gemeinsam ihr eigenes Land-Art-Werk. Foto: Carmelo Zamora, REAL School Budapest

Schritt 2: Gestalten

Laden Sie die Lernenden ein, aus den gesammelten Materialien ein ephemeres Kunstwerk zu schaffen. Möglich ist z. B. ein Mandala aus Naturmaterialien. Alternativ können Sie eine Aufgabenstellung geben, die sich auf die Darstellung der ökologischen Krise und/oder einer regenerativen Zukunft konzentriert. 

Learners creating and giving shape to a tree face with natural clay. Photo by Carmelo Zamora, REAL School Budapest
Lernende gestalten mit natürlichem Ton ein Baumgesicht. Foto: Carmelo Zamora, REAL School Budapest

Schritt 3: Reflexion

  1. Nach der Fertigstellung betrachten die Lernenden die Werke der anderen. Das bietet Gelegenheit, über die verwendeten Materialien zu sprechen (z. B. welche Arten genutzt wurden und welche Rolle sie im Ökosystem spielen) und die vor Ort vorkommenden Pflanzenarten kennenzulernen. 
  2. Bitten Sie die Lernenden zu erläutern, was sie darstellen wollten und wie sich das gemeinsame Arbeiten für sie angefühlt hat. Laden Sie sie außerdem ein, über neue Perspektiven in Bezug auf die ökologische Krise und/oder Regeneration zu reflektieren. Wenn Sie die Mandala-Praxis gewählt haben, können Sie zusätzlich darauf eingehen, was das Mandala-Schaffen in der buddhistischen Tradition bedeutet – das fördert Demut gegenüber den eigenen Werken.
  3. Fordern Sie die Lernenden nach Abschluss der Aktivität auf, ihre Kunstwerke wieder zu demontieren und die Materialien an ihren ursprünglichen Platz zurückzubringen. So lässt sich die Bedeutung gesunder, durch organisches Material genährter Böden für das lokale Ökosystem hervorheben.
Learners sharing her nature-based mandala with their peers. Photo by Carmelo Zamora, REAL School Budapest
Lernende präsentieren ihr naturbasiertes Mandala der Gruppe. Foto: Carmelo Zamora, REAL School Budapest

Was tun – was vermeiden?

Tun

  • Den Ort sorgfältig auswählen.
  • Die Aktivität am Ende des Sommers oder im Herbst einplanen, um die Vielfalt an Blättern und Fallobst zu nutzen.

Vermeiden

  • Pflanzen beim Durchführen der Übung zu beschädigen.
  • Einen sehr kleinen Standort zu wählen, an dem viele Lernende die Vegetation im Boden schädigen könnten.

Anpassungen

Wenn sich einige Lernende draußen unwohl fühlen oder ungern Blätter/andere Pflanzen aufnehmen, ermutigen Sie sie, gemeinsam statt allein zu sammeln.

Wenn eine Person sich am Ort schwer bewegen oder Material schwer aufheben kann, stellen Sie ein kleines Team zur Unterstützung zusammen, das gewünschte Materialien bringt.

Diese Aktivität kann regelmäßig durchgeführt werden, um das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen zu fördern, und ergänzt alle Aktivitäten aus Kompetenzbereich 1 „Umgang mit Klimaemotionen und Traumata“.

Wir laden Sie stets ein, diese Aktivität an die Bedürfnisse Ihrer Lernenden anzupassen, einschließlich unter Berücksichtigung ihrer Neurodiversität. Beim Anpassen von Tools und Aktivitäten für neurodivergente Lernende gilt: Es geht nicht darum, andere so zu behandeln, wie Sie behandelt werden möchten, sondern so, wie sie behandelt werden möchten. Fragen, zuhören und offen bleiben für unterschiedliche Wege des Lernens und der Beteiligung.  

Quellen

The Mandala Project:  https://www.mandalaproject.org/index.html 

Henderson, P., Rosen, D., & Mascaro, N. (2007). Empirical study on the healing nature of mandalas. Psychology of Aesthetics, Creativity, and the Arts, 1(3), 148–154. https://doi.org/10.1037/1931-3896.1.3.148 

Maciel, K. F. K., Fuentes-Guevara, M. D., Da Silva Gonçalves, C., Mendes, P. M., De Souza, E. G., & Corrêa, L. B. (2021). Mobile mandala garden as a tool of environmental education in an early childhood school in Southern Brazil. Journal of Cleaner Production, 331, 129913. https://doi.org/10.1016/j.jclepro.2021.129913 

Wong, W., Zhang, D., Hu, J., & U, C. (2024). Improving emotional and social development in preschool children: Exploring the effects of Mindfulness‐Based Mandala intervention in social Work practice in Macao. Child & Family Social Work. https://doi.org/10.1111/cfs.13223

Learners creating and giving shape to a tree face with natural clay. Photo by Carmelo Zamora, REAL School Budapest

Allgemeine Informationen

  • Altersgruppe: 6+
  • Dauer: Ein oder zwei Unterrichtseinheiten (ca. 45-90 Minuten)
  • Gruppengröße:

  • Schwierigkeitsgrad: Grundlegend

  • Material/Raum: Abhängig von der gewählten Kunstform.
  • Ort: Draußen

  • Einbindung externer Stakeholder: Optional

Eine lokale Land-Art-Künstler*in wäre eine Bereicherung.