Überblick

Diese Aktivität kann von jungen Erwachsenen auf dem Campus oder in privaten/öffentlichen Bereichen mit den erforderlichen Genehmigungen umgesetzt werden. Sie ermöglicht es Lernenden, das Gelernte über verschiedene Lösungen – einschließlich naturbasierter Lösungen – praktisch anzuwenden, um vulnerable Bevölkerungsgruppen in einer Stadt oder in bestimmten Stadtteilen mit geringer Begrünung vor den Auswirkungen von Hitzeperioden zu schützen. Maßnahmen können auch darin bestehen, Räume zum Austausch über seelisches Wohlbefinden zu schaffen und sich gegenseitig zu unterstützen, wenn Klimaanxiety aufkommt. Darüber hinaus können Aktionen zur Umsetzung des lokalen/kommunalen Klimaanpassungsplans beitragen, etwa durch naturbasierte Lösungen.

Lehrplanbezug

Naturwissenschaften, Geografie, Fächerübergreifende & Globale Kompetenzen Stadtplanung, Architektur

Aufgebaute Kompetenzen

Verantwortungsübernahme, Zusammenarbeit, Mut, Demut, Innovation, Gesellschaftliche Handlungsmacht

Vorbereitung

  • Erwerben Sie vertiefte Kenntnisse des lokalen Klimaanpassungsplans und der Stakeholder.
  • Technisches Wissen zu Klimaanpassung und Resilienz ist unerlässlich. 

Kompetenzen/Aktivitäten, die die Lehrperson zuerst üben sollte:

  • Aktivität 3.4.1 können sowohl die Lehrperson als auch die Lernenden auf diese Aktivität vorbereiten. 

Levels in der Aktivität

  1. Gruppeninitiative
  2. Kommunales Projekt

Level 1: Gruppeninitiative

  1. Führen Sie in die Übung ein, indem Sie hervorheben, dass die Gruppeninitiative in der Konzeption eines lokal umsetzbaren Projekts mündet – zum Nutzen der Schule/Universität, der Gemeinschaft und/oder des Ökosystems. Das Projekt soll darauf abzielen, die Resilienz gegenüber Klimawandelfolgen aufzubauen. Es kann sich auf Antizipation, Begrenzung und/oder Erholung von Klimafolgen richten. Der Fokus kann auf der Resilienz von Einzelnen, Gemeinschaften oder Ökosystemen liegen – oder auf einer Kombination daraus. Mögliche Schwerpunkte: Sensibilisierung, naturbasierte Lösungen, Kunst & Storytelling und/oder Community-Action. Das Projekt soll innerhalb des für die Gesamtgruppe festgelegten Zeitplans umsetzbar sein.
  2. Kündigen Sie an, dass die Lernenden eine Woche Zeit haben, individuell über die Art von Projekt nachzudenken, für die sie sich am meisten interessieren, und zu klären, womit sie beitragen möchten. Konkretere Projektideen sind willkommen.
  3. Lassen Sie die Lernenden nach einer Woche ihre Interessen in Kurztexten, Skizzen und Gesprächen teilen – als Grundlage, um Gruppen von 3–6 Personen zu bilden, die gemeinsam arbeiten. Keine Gruppe soll kleiner als 3 Lernende sein.
  4. Geben Sie den Gruppen einige Wochen, um ihre Ideen zu präzisieren, einschließlich eines detaillierteren Plans (Kontext, Herausforderung, Herangehensweise, Aktivitäten, Zeitplan, erwartete konkrete Ergebnisse und lokale Wirkungen). Die Aktivitäten sollten ohne finanzielle Unterstützung realisierbar sein und können die Beteiligung der Community einschließen.
  5. Ermutigen Sie die Lernenden, Praktiker:innen und andere Expert:innen in der Community zu finden, die Feedback zur Initiative geben können. Bitten Sie die Gruppen, einige Austausche virtuell oder persönlich zu führen (bei unter 18-Jährigen nur mit Zustimmung der Eltern).
  6. Laden Sie jede Gruppe ein, ihre Idee durch einen kleinskaligen Prototypen zu testen, um mehr über mögliche Begrenzungen des aktuellen Ansatzes zu erfahren. Das hilft, die Initiative vor der größeren Umsetzung zu verbessern.
  7. Schaffen Sie Arbeitszeiten für die Gruppen, Berichtsgelegenheiten zum Fortschritt und Möglichkeiten, Fragen an Sie oder an die Gesamtgruppe zu richten.
  8. Behalten Sie den Zeitplan im Blick und feiern Sie die Erfolge der Initiativen – etwa mit einer Abschlussveranstaltung und Präsentationen, die, wenn möglich, für andere Lernende der Schule/Universität und für Eltern geöffnet sind.  

Level 2: Kommunales Projekt 

  1. Fordern Sie die Lernenden auf, den kommunalen Anpassungsplan (falls vorhanden) zu studieren oder die Kommunalverwaltung zu kontaktieren, um mehr über Pläne/Programme/Projekte zur Anpassung an Klimafolgen und/oder zum Resilienzaufbau vor Ort zu erfahren. Gibt es keinen Ansatz zur Klimaanpassung/Resilienz, können die Lernenden nach Umwelt-, Begrünungs- und/oder Ökosystem-Restaurations-Programmen fragen. Das kann ein Ausgangspunkt sein, um naturbasierte Anpassungslösungen ins Auge zu fassen.
  2. Ermutigen Sie die Lernenden, zu prüfen, wie offen die Kommune dafür ist, dass Lernende sie bei der Umsetzung des lokalen Klimaanpassungsplans unterstützen und/oder neue Maßnahmen für den lokalen Resilienzaufbau vorschlagen. Bei Interesse sind Erwartungen, Kommunikationswege, Deliverables und ein Zeitplan für die Zusammenarbeit klar zu definieren – auf beiden Seiten.
  3. Empfehlen Sie jeder Gruppe, Zeit einzuplanen, um direkt von der Kommune zu lernen: Welche Maßnahmen wurden bereits umgesetzt? Welche Herausforderungen traten auf? Welche Langfrist-Vision verfolgt die Kommune zur Klimaanpassung? Ortstermine an Projektstandorten sind entscheidend. Gespräche mit Begünstigten früherer/laufender Projekte sind ebenfalls wertvoll.
  4. Ermutigen Sie die Lernenden, regelmäßige Treffen mit ihren kommunalen Ansprechpersonen zu vereinbaren, um zu prüfen, ob ihre Unterstützung die beabsichtigte Wirkung entfaltet bzw. ob die neue Initiative den Bedarf der Kommune trifft.
  5. Bitten Sie die Lernenden, ihre Austausche, Maßnahmen und Herausforderungen während der Projektarbeit zu dokumentieren. Jede Gruppe verfasst am Ende ihres umgesetzten Projekts oder Projektdesigns einen kurzen Synthesebericht.
  6. Organisieren Sie zum Abschluss eine Präsentation und Feier in der Schule/Universität, bei der die Gruppen ihr Projekt bzw. Projektdesign sowie Lessons Learned vorstellen. Laden Sie – wenn möglich – Vertreter:innen der Kommune und andere Community-Mitglieder ein. 

Was tun – was vermeiden?

Tun

  • Ermutigen Sie die Lernenden, vor Ort Zeit zu verbringen und mit unterschiedlichen Community-Mitgliedern zu sprechen, um den Kontext für ihr Projekt/ihre Initiative besser zu verstehen. 

Vermeiden

  • Vermeiden Sie, die Arbeit der Lernenden zu sehr vorwegzunehmen, indem Sie alle relevanten Stakeholder vorab selbst recherchieren und kontaktieren. Es muss ihr Projekt sein; sein Wert liegt weniger in der Perfektion der Ergebnisse als in der Fähigkeit der Gruppe, gemeinsam Initiative zu ergreifen. 

Anpassungen

Wir laden Sie stets ein, diese Aktivität an die Bedürfnisse Ihrer Lernenden anzupassen, einschließlich unter Berücksichtigung ihrer Neurodiversität. Beim Anpassen von Tools und Aktivitäten für neurodivergente Lernende gilt: Es geht nicht darum, andere so zu behandeln, wie Sie behandelt werden möchten, sondern so, wie sie behandelt werden möchten. Fragen, zuhören und offen bleiben für unterschiedliche Wege des Lernens und der Beteiligung.  

Quellen

Diese Aktivität wurde von One Resilient Earth entwickelt und ist vom EPIC-N-Modell inspiriert. 

Budowle, Rachael, Eric Krszjzaniek, and Chelsea Taylor. “Students as change agents for community–university sustainability transition partnerships.” Sustainability 13.11 (2021): 6036.

Daneri, Daniel Rosenberg, Gregory Trencher, and John Petersen. “Students as change agents in a town-wide sustainability transformation: The Oberlin Project at Oberlin College.” Current Opinion in Environmental Sustainability 16 (2015): 14-21.

Gruber, James S., et al. “Enhancing climate change adaptation: strategies for community engagement and university-community partnerships.Journal of Environmental Studies and Sciences 7 (2017): 10-24.

Hahn, Micah B., et al. “Collaborative climate mitigation and adaptation planning with university, community, and municipal partners: a case study in Anchorage, Alaska.” Local Environment 25.9 (2020): 648-665.

Allgemeine Informationen

  • Altersgruppe: 12+, 18+
  • Dauer: Längere Projekte
  • Gruppengröße:

  • Schwierigkeitsgrad: Fortschrittlich

Die Lehrperson benötigt vertiefte Kenntnisse des lokalen.

  • Material/Raum: Fortgeschritten – die Lehrperson benötigt vertiefte Kenntnisse des lokalen Klimaanpassungsplans und der relevanten Akteur:innen
  • Ort: Draußen

  • Einbindung externer Stakeholder: Ja.

Zusammenarbeit mit lokalen Stakeholdern ist essenziell.