Aktivität 4.3.1:

Zukunftsspiele

Überblick

Verschiedene Kartensets oder kreative Impulse können mit Lernenden unterschiedlichster Altersgruppen eingesetzt werden (siehe den Abschnitt Resources). Sie führen verschiedene Zukunftsszenarien ein, mit denen gespielt werden kann, oder stellen Fragen, die uns helfen, zu reflektieren, wie wir uns Zukunft vorstellen oder erwarten. So werden Vorstellungskraft erweitert, kritisches Denken gestärkt und kollektive Intelligenz auf spielerische Weise erfahrbar.

Lehrplanbezug

Politische Bildung & Sozialkunde, Ethik, Religion und Philosophie, Fächerübergreifende & Globale Kompetenzen Nachhaltigkeits- & Klimabildung, die mit Projektionen und Zukunftsszenarien arbeitet

Aufgebaute Kompetenzen

Anpassungsfähigkeit, Kritisches Denken, Exploratives Denken, Zukunftskompetenz, Vorstellungs-kraft

Vorbereitung

  • Überlegen Sie sich Ersatzfragen oder Szenarien für den Fall, dass Sie gemeinsam mit Ihren Lernenden ein eigenes Zukunftsspiel entwickeln möchten.

Kompetenzen/Aktivitäten, die die Lehrperson zuerst üben sollte:

Alternativen für die Aktivität

  1. Ein bestehendes Zukunftsspiel spielen
  2. Ein Zukunftsspiel entwerfen und mit den Lernenden spielen  

Alternative 1: Ein bestehendes Spiel spielen 

  1. Es gibt zahlreiche Zukunftsspiele und Zukunfts-Kartensets in vielen Sprachen, die Lernende dabei unterstützen, unterschiedliche Szenarien zu erkunden und neue Fragen zu stellen. Hinweise finden Sie im Abschnitt Resources – die Auswahl ist nicht erschöpfend und basiert auf englischsprachigen Ressourcen. Wählen Sie ein Kartenset, das Neugier in Bezug auf verschiedene mögliche Zukünfte weckt.
  2. Falls Sie kein bestehendes Zukunftsspiel nutzen können, können Sie als Lehrperson ein sehr einfaches Spiel entwickeln, das aus „Was wäre, wenn …?“-Fragen zu wahrscheinlichen, wünschenswerten oder ungewöhnlichen Zukünften besteht und Lernende einlädt, über neue Situationen, Herausforderungen oder Fragen in dieser Welt zu reflektieren. Beispiele:
    1. Was wäre, wenn Schulen darin bestünden, sich um Flüsse und das Meer zu kümmern?
    2. Was wäre, wenn es in Städten mehr Bäume als Einwohner:innen gäbe?
    3. Was wäre, wenn Pilze die Welt regierten?
    4. Was wäre, wenn unser Wert in der Welt davon abhinge, wie viel natürliches Leben wir schützen?
    5. Was wäre, wenn unsere Häuser ausschließlich aus organischen und recycelten Materialien bestünden?
  3. Diese Übung fördert kritisches und exploratives Denken sowie Anpassungsfähigkeit, indem sie Vorstellungskraft stärkt und die Fähigkeit, konstruktive Dialoge zu führen. 

Alternative 2: Ein Zukunftsspiel entwerfen und spielen 

  1. Ermutigen Sie Lernende, als Vorbereitung bestehende Spiele an der Schnittstelle von Zukunft und Klimawandel zu recherchieren.
  2. Laden Sie Kleingruppen ein, ein Spiel zu erfinden, das andere dazu anregt, mehrere Zukünfte im Klimawandel zu erkunden. Diese Zukünfte können wahrscheinliche (auf Daten, Trends und Klimaszenarien basierende) ebenso umfassen wie wünschenswerte Zukünfte, die gerecht, friedlich, klimaresilient, regenerativ und biodivers sind.
  3. Alternativ können Kleingruppen ein Spiel entwerfen, das Diskussionen über Lösungen und Möglichkeiten zur Stärkung von Klimaresilienz und zur Förderung von Regeneration in Reaktion auf die Klimakrise anregt.
  4. Bitten Sie die Lernenden, über das Gewinnprinzip ihres Spiels zu reflektieren. Das kann bedeuten, über geteilte Werte und Handlungen nachzudenken, die in einer solchen zukünftigen Welt belohnt werden sollten. Gewinnen könnte dann davon abhängen, für diese Werte einzustehen und konkrete Beiträge zu Klimaresilienz und Regeneration zu leisten.
  5. Eine weitere Option für ältere Lernende: Entwerfen Sie Spiele, die das Aushalten von Unsicherheit („im Trouble bleiben“) bei transformativen Veränderungen in den Mittelpunkt stellen. Welche kniffligen Fragen und Herausforderungen tauchen bei einer tiefgreifenden gesellschaftlichen Transformation hin zu einer gerechteren, klimaresilienten, regenerativen Welt auf? Wie lässt sich eine spielerische Erkundung dieser Fragen fördern? Wie kann das Nicht-Wissen als Öffnung zu neuen Weisen des Seins, Wissens und Handelns genossen werden?
  6. Ermutigen Sie Lernende, ihre Prototypen zu entwickeln und die Spiele mit anderen Gruppen zu testen.
  7. Reflektieren Sie gemeinsam die Erfahrungen beim Entwickeln und Spielen der Zukunftsspiele. 

Was tun – was vermeiden?

Tun

  • Ermutigen Sie dazu, Spiele zu entwickeln, die Zeit in der Natur und/oder Gespräche mit Mitgliedern der Gemeinschaft einschließen. Spiele müssen keine Brettspiele sein.  

Vermeiden

  • Vermeiden Sie, die Gestaltung von Zukunftsspielen darauf zu reduzieren, alle bestehenden individuellen Lösungen zur Klimakrise aufzulisten und zu promoten – mit dem Ziel, die „verantwortlichste“ Einzelperson zu sein. Ermutigen Sie stattdessen dazu, kollektive Lösungen in den Blick zu nehmen, die einen größeren und transformativen Einfluss haben können. 

Anpassungen

Wir laden Sie stets ein, diese Aktivität an die Bedürfnisse Ihrer Lernenden anzupassen, einschließlich unter Berücksichtigung ihrer Neurodiversität. Beim Anpassen von Tools und Aktivitäten für neurodivergente Lernende gilt: Es geht nicht darum, andere so zu behandeln, wie Sie behandelt werden möchten, sondern so, wie sie behandelt werden möchten. Fragen, zuhören und offen bleiben für unterschiedliche Wege des Lernens und der Beteiligung.  

Quellen

Diese Aktivität wurde von One Resilient Earth entwickelt. 

Douglas, B. D., & Brauer, M. (2021). Gamification to prevent climate change: a review of games and apps for sustainability. Current Opinion in Psychology, 42, 89–94. https://doi.org/10.1016/j.copsyc.2021.04.008 

Ouariachi, T., Li, C., & Elving, W. J. L. (2020). Gamification Approaches for Education and Engagement on Pro-Environmental Behaviors: Searching for Best Practices. Sustainability, 12(11), 4565. https://doi.org/10.3390/su12114565

Resourcen

Allgemeine Informationen

  • Altersgruppe: 6+
  • Dauer: Kurz (weniger als 45 Minuten), Ein oder zwei Unterrichtseinheiten (ca. 45-90 Minuten)
  • Gruppengröße:

  • Schwierigkeitsgrad: Grundlegend

  • Material/Raum: Entweder ein Zukunftsspiel-Kartenset oder Material, um ein Spiel zu entwickeln
  • Ort: Drinnen

  • Einbindung externer Stakeholder: Nicht zwingend.