Vorbereitung
- Reflektieren Sie über Ihre eigene Signaturstärke.
Kompetenzen/Aktivitäten, die die Lehrperson zuerst üben sollte:
Schritte in dieser Aktivität
- Wer ist Ihr*e Superheld:in?
- Einander zu Superheld:innen machen
- Sich stark fühlen
- Die eigene Superkraft üben
- Eine Super-Welt vorstellen
Schritt 1: Wer ist Ihr*e Superheld:in?
(10 Min.)
- Fragen Sie die Lernenden, wer ihre Lieblings-Superheld:in ist und welche Stärken diese Person hat. Wenn der Fokus auf körperlicher Stärke oder übernatürlichen Fähigkeiten (Fliegen, Wände hochklettern) liegt, ergänzen Sie Beispiele für „weiche“ Stärken (Werte) wie loyal, mutig, geduldig, liebend (z. B. Harry Potters Mutter), fürsorglich, freundlich, neugierig.
- Fragen Sie, ob es jemanden in ihrem eigenen Leben gibt, der für sie wie eine Superheld:in ist, und lassen Sie kurz begründen.
- Schreiben Sie alle genannten Stärken sichtbar an Tafel/Bildschirm.
Step 2: Making each other superheroes
(10 Min.)
- Geben Sie jeder Person ein Blatt und lassen Sie oben „Ich finde, du bist …“ notieren. Kleben Sie das Blatt als „Superheld:innen-Umhang“ auf den Rücken.
- Verteilen Sie farbige Stifte. Die Lernenden gehen leise durch den Raum und schreiben Stärken auf die „Umhänge“ der anderen. Musik kann das auflockern.
- Regeln vorab: Nur echte Stärken (positive Wörter) aufschreiben. Wer Ideen braucht, kann auf die Stärkenliste an der Tafel schauen.
- Anschließend setzen sich alle, lesen ihren „Umhang“ und kreisen die Stärken ein, die sie üben möchten. Fehlende eigene Stärken können ergänzt werden.



Lernende schreibt auf den Superheld:innen-Umhang einer anderen Person. Foto: Marte Maurabakken/Climate Creativity and Carmelo Zamora/REAL School Budapest.
Schritt 3: Sich stark fühlen
(10 Min.)
- Starten Sie ein Bewegungsspiel mit dem Ziel, Spaß zu haben und sich körperlich stark zu fühlen. Demonstrieren Sie mit einer zweiten Lehrperson oder einer vorbereiteten Person und erklären Sie dann:
- Bilden Sie Zweiergruppen (A & B).
- A steht ruhig. B legt die Hand sanft auf As Kopf. A folgt den Bewegungen der Hand. Wenn B sanften Druck ausübt, bewegt sich A Richtung Kniebeuge; wenn B die Hand hebt (Druck weg), richtet sich A wieder auf. Ca. 3 Minuten, dann Rollenwechsel.
- Kurzer Austausch: Wie hat sich das angefühlt?
Schritt 4: Die eigene Superkraft üben
(10 Min.)
- Fragen Sie, wie die Lernenden ihre Signaturstärke üben wollen: einfache tägliche Aktionen für eine Woche. Beispiele: Mut üben, indem man etwas Neues probiert (neues Essen); Freundlichkeit durch Hilfe für Geschwister; Geduld durch gemeinsames Sonnenuntergang-Schauen (bei Jüngeren, wenn zeitlich passend).
- Ermutigen Sie zum täglichen Üben (und kurzer Tages-Rückfrage: Was wurde getan? Gab es eine Veränderung im Erleben?).
- Abschluss: Alle stehen auf und machen eine Superheld:innen-Pose.
Schritt 5: Eine Super-Welt vorstellen
- Führen Sie die Idee einer „Super-Welt“ ein, in der alle ihre Stärken üben – eine utopische Welt, die unsere moralischen Ideale verkörpert.
- Lassen Sie die Lernenden eine Utopie zeichnen: Wie sähe die Welt aus, wenn alle die geübten Stärken immer leben würden? Z. B.: Wie sähe die Welt aus, wenn alle freundlich und verantwortungsvoll wären?
Was tun – was vermeiden?
Tun
- Unterstützen Sie Lernende, die unsicher sind, was sie schreiben sollen (Ideen anbieten; Rechtschreibung ist hier unwichtig; alternativ zeichnen statt schreiben).
- Achten Sie darauf, dass alle eine Mindestanzahl an Stärken erhalten (z. B. vorab x Kästchen/Linien vorgeben, die gefüllt werden).
Vermeiden
- Vermeiden Sie es zu sagen, jemand sei keine Superheld:in. Gehen Sie bei Scherzen einfach weiter. Bitten Sie um eine Begründung, warum jemand Superheld:in ist – zwingen Sie aber niemanden, Stärken zu benennen.
- Wenn am Ende Superheld:innen-Posen gezeigt werden, vermeiden Sie Bewertungen wie „zu schwach“ oder „zu zaghaft“. Alle Ausdrucksweisen sind in Ordnung (sofern niemand zu Schaden kommt).
Anpassungen
- Mehrere Beteiligungswege anbieten: Stärken können gezeichnet, mit Aufklebern/Fotos/Emojis dargestellt, mündlich geteilt oder mit Assistenztechnologie erfasst werden.
- Wortbanken/Visuals bereitstellen: gedruckte oder digitale Stärken-Karten (mit Symbolen/Emojis), hilfreich u. a. bei LRS, Autismus oder eingeschränkten Schreibfähigkeiten.
- Die „Umhang“-Aktivität strukturieren: Für Lernende, die große, laute Settings überfordern, in Kleingruppen (3–4) mit erwachsener Begleitung durchführen.
Wir laden Sie stets ein, diese Aktivität an die Bedürfnisse Ihrer Lernenden anzupassen, einschließlich unter Berücksichtigung ihrer Neurodiversität. Beim Anpassen von Tools und Aktivitäten für neurodivergente Lernende gilt: Es geht nicht darum, andere so zu behandeln, wie Sie behandelt werden möchten, sondern so, wie sie behandelt werden möchten. Fragen, zuhören und offen bleiben für unterschiedliche Wege des Lernens und der Beteiligung.
Quellen
Diese Aktivität wurde von Climate Creativity entwickelt.
Galloway, R., Reynolds, B., Williamson, J. (2016). Strengths-Based Teaching and Learning Approaches for Children. In: Fan, S., Fielding-Wells, J. (eds) What is Next in Educational Research?. SensePublishers, Rotterdam. https://doi.org/10.1007/978-94-6300-524-1_19
Hiemstra, D., Van Yperen, N.W. The effects of strength-based versus deficit-based self-regulated learning strategies on students’ effort intentions. Motiv Emot 39, 656–668 (2015). https://doi.org/10.1007/s11031-015-9488-8
Brownlee, Keith, Edward Peter Rawana, and Julia MacArtthur. “Implementation of a strengths-based approach to teaching in an elementary school.” Journal of Teaching and Learning 8.1 (2012).

