Vorbereitung
- Schauen Sie sich dieses Video an, bevor Sie entscheiden, ob Sie es Ihren Lernenden zeigen: Who Are The Sami? (25 Minuten). Machen Sie sich zudem mit den Materialien vertraut, die Sie teilen möchten (Vorschläge unten).
- Wenn Sie weitere Materialien ergänzen möchten, empfehlen wir Ressourcen zu lokalen Indigenen Völkern (sofern vorhanden), zu Umweltrassismus sowie Autor*innen aus dekolonialen Studien (siehe Quellen). Reflektieren Sie auch Ihre eigenen Vorstellungen, Annahmen und Verzerrungen in Bezug auf Indigene Völker.
Kompetenzen/Aktivitäten, die die Lehrperson zuerst üben sollte:
- Um Lernende, die möglicherweise emotionale Belastungen erleben, besser unterstützen zu können, üben Sie im Vorfeld Elemente aus „Mit Bewegung Klimaangst reduzieren“ (1.3), um Ihre eigene Sicherheit und Bereitschaft zu stärken.
Schritte in dieser Aktivität
- Rahmen setzen
- Erleben & Zuhören
- Reflexion
- Ihre Beziehung zu einem Ort/Raum
Schritt 1: Rahmen setzen
Beginnen Sie mit drei grundlegenden Fakten:
- Biodiversität & Fürsorge: Über 80 % der weltweit verbliebenen Biodiversität liegt auf Gebieten, die von Indigenen Völkern betreut werden. Diese Gemeinschaften verfügen oft über tiefes, ortsbezogenes Wissen zur Erhaltung des Lebens.
- Vielfalt gelebter Erfahrungen: Indigene Völker, darunter die Sámi, leben heute sowohl ländlich als auch städtisch; ihre Praktiken, Sprachen und Kunstformen entwickeln sich weiter.
- Geschichte & Ungerechtigkeit: Die meisten Indigenen Völker haben historische und anhaltende Unterdrückung erfahren. Für die Sámi umfasst dies Landenteignung, Assimilationspolitik sowie Versuche, Sprache und Kultur auszulöschen.
Sie können außerdem das in Ihrer Vorbereitung empfohlene Video erwähnen. Obwohl es außerhalb Indigener Gemeinschaften produziert wurde, bietet es wertvolle Einblicke und kann als Ausgangspunkt dienen.
Schritt 2: Erleben & Zuhören
(25–30 Minuten)
Schauen bzw. hören Sie die ausgewählten Materialien.
Stellen Sie die Werke vor – die unten vorgeschlagenen zur Sámi-Kultur oder andere von Ihnen gewählte (unter Resources finden Sie z. B. auch Hinweise auf Inuit-Kunst und -Kultur aus Grönland). Nach der Einführung können die Lernenden ein oder zwei Werke auswählen, mit denen sie sich beschäftigen möchten:
- Sofia Jannok – Yoik of the Wind: Eine musikalische Performance, die traditionellen Sámi-Yoik mit modernen Einflüssen verbindet. Erklären Sie den Yoik als mehr als ein Lied – als eine Weise, Menschen, Orte und Momente zu erinnern und zu ehren. Besprechen Sie, wie visuelles und musikalisches Erzählen Wissen, Widerstand und Fürsorge für die Erde transportieren kann. Joik – Video: Yoik of the Wind
- Britta Marakatt-Labba – Gádjunbáttit / Lifelines: Stickkunst, die Sámi-Mythologie, Alltagsleben und historische Ereignisse darstellt. Ein Beispiel: https://arcticartssummit.com/articles/11-sweden-based-sami-artists-addressing-indigenous-pasts-presents-and-futures/
- Victoria Andersson – Årsringar (Growth Rings): Textilkunst als persönliche Erzählung über Zeit, Identität und Verbundenheit mit einem Ort. https://arcticartssummit.com/articles/11-sweden-based-sami-artists-addressing-indigenous-pasts-presents-and-futures/
- Ylva Gustafsson – Gaaltije dutnjien sïmmedeminie / The Freshwater spring is calling, it whispers (Text; PDF in Vorbereitung)
Bitten Sie die Lernenden, Fragen oder Gefühle zu notieren, die aufkommen, z. B., wenn Sie diese Werke sehen/hören:
- Welche Gefühle entstehen?
- Welche Gedanken kommen auf?
- Wovon möchten Sie mehr erfahren?
Machen Sie deutlich, dass es nicht nötig ist, alles sofort zu verstehen – es geht darum, teilzuhaben und mit Offenheit zuzuhören.
Schritt 3: Reflexion
(20–30 Minuten)
Moderieren Sie einen Gesprächskreis oder Kleingruppendialog mit folgenden Impulsen:
- Hat das Werk Gefühle oder Gedanken zu Land ausgelöst – dazu, wie Menschen mit ihm leben, es pflegen oder dazugehören?
- Was hat überrascht oder neugierig gemacht?
- Wie wird die Beziehung zur Natur in diesen Werken ausgedrückt?
- Inwiefern fordert dies Ihr Verständnis von Land und Eigentum heraus?
- Wozu möchten Sie weiter lernen?
Falls nötig, kann die Aktivität hier enden – wir empfehlen jedoch nachdrücklich Schritt 4, sofern Zeit und Ressourcen es erlauben.
Schritt 4: Ihre Beziehung zu einem Ort/Raum
(45-90 Minuten)
Laden Sie die Lernenden ein, ein eigenes Bild, Textil-Panel, eine (digitale) Collage oder Musik zu gestalten, die ihre Beziehung zu Land, Herkunft oder Zeit widerspiegelt. Mögliche Schritte:
- Rufen Sie bedeutungsvolle Momente, Orte oder Beziehungen ins Gedächtnis, die sie mit Land, Herkunft oder Zeit verbinden.
- Ermutigen Sie, diese Ideen/Gefühle mit den Eindrücken aus den betrachteten Werken zu verknüpfen.
- Bei bildnerischer Arbeit: eine Skizze des Layouts anfertigen und Bilder, Materialien oder Symbole wählen, die die eigene Geschichte in Bezug auf Land, Herkunft oder Zeit erzählen.
- Umsetzen: mit Stoff, Papier, Mixed Media oder digitalen Tools; alternativ Lied/Instrumental erproben.
- Optional: Titel und Beschreibung hinzufügen, die die Bedeutung erläutern.
- Teilen & reflektieren: Wer bereit ist, stellt seinen Beitrag vor; reflektieren Sie gemeinsam über Geschichten und entstandene Verbindungen.
Was tun – was vermeiden?
Tun
- Informieren Sie sich über die Geschichte der Sámi und anderer Indigener Völker sowie über aktuelle Themen (z. B. Bergbau, Rechte der Rentierhaltung).
- Stellen Sie Perspektiven von Sámi und anderen Indigenen Völkern als zeitgenössisch und vielfältig dar.
- Anerkennen Sie fortwirkende Kolonialisierungsfolgen und würdigen Sie zugleich Resilienz und Wissen Indigener Peoples.
- Respektieren Sie die Komplexität der Beziehungen Indigener Peoples zum Land – jede Gemeinschaft hat eigene Perspektiven, einschließlich Anpassungen an die Anforderungen der Staaten, in die sie eingebettet sind.
- Bedenken Sie, dass manche Lernende komplexe oder schmerzhafte Beziehungen zu Land und Wurzeln haben (z. B. migrantische Lernende, Menschen mit Vertreibungserfahrung oder Traumata). Formulieren Sie Fragen sensibel, vermeiden Sie Annahmen über ein gemeinsames Heimatgefühl und eröffnen Sie mehrdeutige, offene Zugänge.
Vermeiden
- Vermeiden Sie Verallgemeinerungen, die Wissen oder Praktiken von Sámi bzw. anderen Indigenen Peoples als zeitlos oder statisch darstellen.
- Vermeiden Sie, Kunst auf bloße „Symbole“ zu reduzieren, ohne ihre historischen und politischen Dimensionen zu würdigen.
- Vermeiden Sie romantisierende Darstellungen „traditioneller“ Lebensweisen ohne Verständnis für ihre Komplexität und aktuelle Relevanz.
- Vermeiden Sie die Annahme, alle Indigenen Gemeinschaften seien gleich – jede hat eigene Kultur, Sprache und Geschichte.
- Vermeiden Sie die Annahme, alle Lernenden hätten eine positive oder stabile Verbindung zu einem bestimmten Ort, Land oder Erbe. Stellen Sie z. B. keine Fragen wie „Woher kommst du wirklich?“ und vermeiden Sie Pflichtaufgaben, die ein „Kinderheimat“-Narrativ verlangen, ohne Alternativen zu bieten.
Anpassungen
Passen Sie Fragen an das Alter an. Visualisierte Fragen/Impulse (z. B. Piktogramme) sind oft leichter zugänglich. Für jüngere Kinder kann die Einführung der Werke in Kleingruppen erfolgen; halten Sie Gefühls-Piktogramme bereit, um die Frage zu unterstützen: „Zeig mir, wie du dich fühlst bzw. wie sich dein Körper anfühlt, wenn du das anschaust/anhörst.“ Jüngere Lernende können die Emotion auch körperlich darstellen.
Wir laden Sie stets ein, diese Aktivität an die Bedürfnisse Ihrer Lernenden anzupassen, einschließlich unter Berücksichtigung ihrer Neurodiversität. Beim Anpassen von Tools und Aktivitäten für neurodivergente Lernende gilt: Es geht nicht darum, andere so zu behandeln, wie Sie behandelt werden möchten, sondern so, wie sie behandelt werden möchten. Fragen, zuhören und offen bleiben für unterschiedliche Wege des Lernens und der Beteiligung.
Quellen
Dieses Tool wurde von Legacy17 in enger Zusammenarbeit mit einer Person aus der Sámi-Community entwickelt – mit der Absicht, im Hinblick auf kulturelle Aneignung und die breiteren Kolonialitäts-Vermächtnisse so achtsam und respektvoll wie möglich vorzugehen. Auch wenn große Sorgfalt darin lag, Sámi- und Inuit-Perspektiven zu würdigen, kann eine einzelne Aktivität die Fülle und Komplexität dieser Kulturen nicht vollständig abbilden. Passen Sie die Aktivität mit Umsicht an – und kontaktieren Sie uns bei Fragen oder Anliegen gern.
Wenn Sie den Fokus auf Inuit-Kultur legen möchten:
Der Arctic Arts Summit ist eine wertvolle Ressource. In dieser Auswahl stehen Links im Mittelpunkt, die Inuit-Kunst und -Kultur aus Grönland hervorheben: https://arcticartssummit.com/an-introduction-to-the-art-and-culture-of-kalaallit-nunaat/
Dieser Link führt zu den Arbeiten von Ivínguak’ Stork Høegh, einer zeitgenössischen grönländischen Inuk-Künstlerin aus Nuuk. Gezeigt werden digitale Fotocollagen; die Arbeiten thematisieren häufig politische Fragen und Zukünfte der grönländischen Gesellschaft: https://arcticartssummit.com/articles/how-ivinguak-stork-hoegh-layers-indigenous-futurity-within-her-work/
Weitere Ressourcen zu Sámi-Kultur und -Kunst:
Über traditionelle Kleidung – Sáme Jåhkåmåhke márnánin. Samer på Jokkmokks marknad. The Sami at Jokkmokk Market (2021): https://www.youtube.com/watch?v=v8l48mo9rN0
Über die Sámi-Kultur: https://www.samer.se/2987
Ein TEDx-Talk: Our Rights To Earth And Freedom: Sofia Jannok at TEDxGateway

