Aktivität 5.1.1:

Einen Schulkompost anlegen

Überblick

Einen Schulkompost anzulegen ist eine praktische Aktivität, die Lernenden die Bedeutung der Regeneration der Bodengesundheit und der Abfallvermeidung vermittelt. Kompostieren wandelt organische Abfälle in nährstoffreiche Erde um, die für gesündere Pflanzen sorgt, den Bedarf an chemischen Düngern verringert und das Potenzial zur Kohlenstoffbindung in Schulgärten erhöht. Hinweis: In manchen Regionen (z.B. in Schweden) ist für die Anlage von Komposten mit Lebensmittelresten eine Genehmigung erforderlich. Im Zweifel prüfen Sie die lokalen Rechtsvorschriften zur Kompostierung von Speiseresten zusammen mit anderem organischem Material.

Lehrplanbezug

Naturwissenschaften, Geografie, Fächerübergreifende & Globale Kompetenzen

Aufgebaute Kompetenzen

Fürsorge, Zusammenarbeit, Denken in Verbundenheit, Naturverbundenheit

Vorbereitung

  • Beschaffung der Materialien für Kompostbehälter. 

Kompetenzen/Aktivitäten, die die Lehrperson zuerst üben sollte:

  • Grundkenntnisse der Kompostierungsprinzipien

Schritte in dieser Aktivität

  1. Kompostbehälter/-struktur bauen
  2. Abfälle einbringen
  3. Pflege und Nachbereitung
  4. Kompost verwenden

Schritt 1: Kompostbehälter/-struktur bauen

  1. Bauen oder montieren Sie einen Kompostbehälter aus Holzpaletten oder anderen Materialien; sorgen Sie über Latten/Bohrungen für Luftzufuhr. Der Behälter sollte drei Hauptbereiche haben: einen zum Einbringen neuer Abfälle, einen für die aktive Kompostierung und einen für fertigen Kompost.
  2. Erklären Sie die Bedeutung von Schichten aus „grünem“ und „braunem“ Material, einer feuchten (aber nicht nassen) Kompostmasse und regelmäßigem Umsetzen zur Sauerstoffzufuhr.
Learners building a compost bin. Photo: Marte Maurabakken/Climate Creativity.
Lernende bauen einen Kompostbehälter. Foto: Marte Maurabakken/Climate Creativity.

Schritt 2: Abfälle einbringen

  1. Binden Sie Lernende regelmäßig ein, organische Abfälle aus dem Schulmittagessen (z. B. Obst-/Gemüseschalen) in den Kompost zu geben. Erinnern Sie daran, braunes Material (z. B. Laub oder Karton) beizumischen, um ein gutes Gleichgewicht zu halten.
  2. Vermitteln Sie, welche Materialien kompostierbar sind und welche nicht (z. B. kein Fleisch, keine Milchprodukte oder fetthaltige Speisen).


Schritt 3: Pflege und Nachbereitung

  1. Planen Sie ein regelmäßiges Umsetzen des Komposts mit Schaufel oder Mistgabel zur Belüftung ein, um den Zersetzungsprozess zu beschleunigen (wöchentlich oder zweiwöchentlich).
  2. Überwachen Sie die Bedingungen: Wärme, Feuchtigkeit und Geruch (er sollte nicht faulig riechen).
  3. Sobald der Kompost dunkel und krümelig ist (ca. 3–4 Monate), kann er in Schulgärten oder Blumenbeeten verwendet werden.

Schritt 4: Kompost verwenden

  1. Nutzen Sie den fertigen Kompost zur Anreicherung der Gartenerde und fördern Sie so ein gesundes Pflanzenwachstum. Besprechen Sie, wie dieser Prozess zur Kohlenstoffbindung und Bodenregeneration beiträgt und stellen Sie den Bezug zu Klimaresilienz und nachhaltiger Landnutzung her.

Was tun – was vermeiden?

Tun

  • Stellen Sie den Kompost an einen sonnigen Platz, um die Zersetzung zu fördern.
  • Sorgen Sie für gute Zugänglichkeit für Lernende und Mitarbeitende, aber ausreichend Abstand zu Klassenräumen, um Gerüche/Schädlinge zu vermeiden.
  • Halten Sie die Kompostbehälter abgedeckt, um Schädlinge wie Nagetiere, Insekten oder streunende Tiere fernzuhalten.
  • Bringen Sie klare Beschilderungen am Kompost an, was kompostiert werden kann und was nicht. Sie können auch Sammelbehälter für Küchenabfälle, braunes Material und nicht kompostierbare Gegenstände beschriften.
  • Optional: Bilden Sie ein Team aus Lernenden, Lehrenden und ggf. Eltern/Personal, das das Kompostsystem verantwortet.

Vermeiden

  • Vermeiden Sie es, Fleisch, Milchprodukte oder fetthaltige Speisen hinzuzufügen – diese ziehen Schädlinge an und verlangsamen die Zersetzung. Ebenfalls vermeiden: Kunststoff, Glas oder Metall, da diese den Kompost verunreinigen können.
  • Vermeiden Sie das Einbringen kranker Pflanzen oder samenhaltiger Unkräuter – diese können den Kompostierungsprozess überstehen und beim Ausbringen Krankheiten bzw. Unkraut verbreiten.

Anpassungen

Sind Lernende sehr jung oder in ihrer Mobilität eingeschränkt, erwägen Sie Wurmkompostierung (Vermikompostierung) als Alternative. Diese Methode ist leichter zu handhaben und kann auch indoor umgesetzt werden. Hier finden Sie weitere Informationen zur Vermikompostierung in der Schule.

Die Kompost-Aktivität lässt sich mit dem Einen Permakulturgarten anlegen und pflegen (5.1.2) verbinden. 

Wir laden Sie stets ein, diese Aktivität an die Bedürfnisse Ihrer Lernenden anzupassen, einschließlich unter Berücksichtigung ihrer Neurodiversität. Beim Anpassen von Tools und Aktivitäten für neurodivergente Lernende gilt: Es geht nicht darum, andere so zu behandeln, wie Sie behandelt werden möchten, sondern so, wie sie behandelt werden möchten. Fragen, zuhören und offen bleiben für unterschiedliche Wege des Lernens und der Beteiligung.  

Quellen

Diese Aktivität wurde von REAL School Budapest entwickelt.

Trautmann, N. M., & Krasny, M. E. (1998). Composting in the classroom: Scientific inquiry for high school students. Kendall/Hunt Publishing Company.

Für eine ausführlichere Anleitung zum Schulkompost empfehlen wir den Leitfaden School Composting – Let’s Get Growing! des Cornell Waste Management Institute: School Composting – Let’s Get Growing!  Guide from Cornell Waste Management Institute.

Photo by Carmelo Zamora, REAL School Budapest

Allgemeine Informationen

  • Altersgruppe: 6+
  • Dauer: Längere Projekte
  • Gruppengröße:

Beteiligung auf Klassen- oder Schulebene.

  • Schwierigkeitsgrad: Medium

  • Material/Raum: Kompostbehälter oder Materialien zum Bau eines solchen, Organische Abfälle (Obst-/Gemüseschalen, „Braunes“ Material (Laub, Karton), Schaufel oder Mistgabel
  • Ort: Draußen

  • Einbindung externer Stakeholder: Nicht zwingend.