Überblick

Lernende fragen Eltern, Großeltern und/oder andere Mitglieder der Gemeinschaft, wie sie als Kinder erstmals mit der Natur in Berührung gekommen sind und wie sie heute eine Verbindung zur Natur erleben. Diese Aktivität kann die sozialen Bindungen zwischen Lernenden und ihrer Community stärken und neue Perspektiven darauf eröffnen, wie Menschen Naturbeziehungen erfahren. Die Lernenden üben dabei ihre Zuhörkompetenzen – Fähigkeiten, die für konstruktive Kommunikation und künftige Problemlösung essenziell sind.

Lehrplanbezug

Sprache & Literatur, Naturwissenschaften, Geschichte, Geografie, Politische Bildung & Sozialkunde, Kunst, Fächerübergreifende & Globale Kompetenzen

Aufgebaute Kompetenzen

Community-Building, Empathie, Denken in Verbundenheit, Präsenz, Selbstreflexion

Vorbereitung

  • Wir empfehlen, zur Vorbereitung Tool 3.3 „Zuhören“ anzusehen, da es die auf dieser Aktivitätskarte beschriebenen Storytelling- und Zuhörübungen unterstützt. Falls wenig Zeit ist: Auf der nächsten Seite finden Sie eine kurze Beschreibung einer Übung, die Lernenden hilft, tiefer zuzuhören. 

Kompetenzen/Aktivitäten, die die Lehrperson zuerst üben sollte

Schritte in dieser Aktivität

  1. Einführung
  2. Auswahl einer älteren Person
  3. Aufnahme der Geschichte
  4. Geschichten teilen

Schritt 1: Einführung

(20 MIN. IM UNTERRICHT)

  1. Führen Sie die Lernenden in das Konzept des tiefen Zuhörens ein (vgl. Aktivität 3.3.2).
  2. Bilden Sie „Erzählen & Zuhören“-Paare für eine Übung, bei der jeweils eine Person 4 Minuten ohne Unterbrechung spricht. Geben Sie nach 4 Minuten ein Zeichen zum Rollenwechsel. Mögliche Gesprächsimpulse:
    1. ihr*e Lieblingshobby/-aktivität
    2. ihre Lieblingsjahreszeit
    3. ihr Lieblingsort in der Natur
    4. ihre liebste Aktivität im Freien
    5. was sie in der Natur am meisten fasziniert und inspiriert
  3. Schließen Sie die Übung mit einer Reflexion: Wie hat es sich angefühlt, zu erzählen und zuzuhören?

Schritt 2: Auswahl einer älteren Person

(25 MIN. IM UNTERRICHT)

  1. Bitten Sie die Lernenden, eine ältere Person in ihrer Gemeinschaft zu identifizieren. Als Orientierung können Sie anregen, an Menschen in ihrem Umfeld zu denken (z. B. Familienmitglieder, Nachbar*innen, lokale Persönlichkeiten), die einer älteren Generation angehören und die sie inspirierend finden.
  2. Optional: Lassen Sie die Lernenden individuell eine Mindmap erstellen und folgende Fragen beantworten:
    1. Was inspiriert dich an diesen Personen?
    2. Was können wir von älteren Generationen lernen?
  3. Die Lernenden wählen eine Person aus.

Schritt 3: Aufnahme einer Geschichte

(ZU HAUSE)

  1. Die Lernenden bitten die ausgewählte Person, eine Geschichte zu teilen. Ihre Rolle ist es, tief zuzuhören.
  2. Als Gesprächsimpulse können die Lernenden Folgendes nutzen:
    1. Hast du Kindheitserinnerungen an Erlebnisse in der Natur?
    2. Wie würdest du deine Verbindung zur Natur als Kind und als erwachsene Person beschreiben?
    3. Wie hat sich diese Verbindung im Laufe der Zeit verändert?
  3. Die Lernenden machen sich Notizen oder nehmen die Geschichte auf, falls sie sie später aufschreiben möchten. 

Schritt 4: Geschichten teilen

(45 MIN. IM UNTERRICHT)

  1. Führen Sie eine gemeinsame Runde im Klassenraum durch, in der die Lernenden den Teil der Geschichte nacherzählen, der sie am meisten berührt hat. Fragen Sie, warum gerade dieser Teil resoniert hat. Die Antworten können schriftlich, zeichnerisch oder mündlich erfolgen – oder gemeinsam in Form einer Wortkarte oder Collage.
  2. Optional: Laden Sie eine oder mehrere ältere Personen in die Schule/Hochschule ein, um ihre Geschichte allen zu erzählen.

Was tun – was vermeiden?

Tun

Erinnern Sie die Lernenden daran, sich die Einwilligung zur Weitergabe der Geschichte in der Gruppe einzuholen – insbesondere, wenn etwas aufgezeichnet wird.

Anpassungen

Bieten Sie alternative Kommunikationsformen an. Wenn eine Lernender nicht-verbal ist oder Schreiben, Zeichnen oder Unterstützte und alternative Kommunikation (AAC) bevorzugt, können vorbereitete schriftliche Fragen oder visuelle Impulse für das Gespräch mit der älteren Person genutzt werden.

Für Lernende mit Angst- oder sozialen Belastungen kann eine vertraute Begleitperson (erwachsen oder Peer) während des Interviews oder beim Teilen im Plenum entlastend wirken.

Wir laden Sie stets ein, diese Aktivität an die Bedürfnisse Ihrer Lernenden anzupassen, einschließlich unter Berücksichtigung ihrer Neurodiversität. Beim Anpassen von Tools und Aktivitäten für neurodivergente Lernende gilt: Es geht nicht darum, andere so zu behandeln, wie Sie behandelt werden möchten, sondern so, wie sie behandelt werden möchten. Fragen, zuhören und offen bleiben für unterschiedliche Wege des Lernens und der Beteiligung.  

Quellen

Diese Aktivität wurde von Climate Creativity entwickelt.

Thomas, M., Sorvala, L., Williams, A., Singleton, A., Maddock, C., Morgan, D., Murray, T., & Musselwhite, C. (2024). Co-creating a climate comic book: reflections on using comics in intergenerational research and engagement. Journal of Global Ageing, 1–19. https://doi.org/10.1332/29767202y2024d000000011 

Walker, C., Van Holstein, E., & Klocker, N. (2024). Young people at a crossroads: Climate solidarity through intergenerational storytelling. Geographical Research. https://doi.org/10.1111/1745-5871.12668 

Weststrate, N. M., McLean, K. C., & Fivush, R. (2024). Intergenerational Storytelling and Positive Psychosocial Development: Stories as Developmental Resources for Marginalized Groups. Personality and Social Psychology Review, 0(0). https://doi.org/10.1177/10888683241259902

Allgemeine Informationen

  • Altersgruppe: 6+
  • Dauer: Ein oder zwei Unterrichtseinheiten (ca. 45-90 Minuten)
  • Gruppengröße:

  • Schwierigkeitsgrad: Grundlegend

  • Material/Raum: Papier und Stift, große Bögen (für gemeinsame Mindmaps), alte Zeitungen/Zeitschriften (für Collagen)
  • Ort: Drinnen

  • Einbindung externer Stakeholder: Ja.