Vorbereitung
- Bereiten Sie einen Impuls vor, den die Lernenden in eigene Worte fassen. In Verbindung mit einer Werte-Übung könnten Sie z. B. vorschlagen: „Was schätze ich an der Natur am meisten?“ oder „Meine Erfahrung mit einem Tier (oder einem bestimmten Ort)“.
- Während der Einführung werden die Lernenden eingeladen, die Frage so lange umzuformulieren, bis sie mit ihnen und ihrer Situation resoniert.
- Bereiten Sie außerdem eine Anleitung vor (und üben Sie sie ein), die die Zuhörenden in einen Zustand innerer Stille führt. Diese wird in Schritt 2 – Vorbereitung aufs Zuhören genutzt. Als Anregung dient das Skript „In deine innere Stille eintreten“ aus Aktivität 3.3.3 Tiefes Zuhören bei sich selbst.
Schritte in dieser Aktivität
- Einführung in die Übung
- Vorbereitung aufs Zuhören
- Zuhören – Ihrem/Ihren Gegenüber(n)
- Reflexion im Plenum
- Notizen anfertigen
Schritt 1: Einführung in die Übung
- Stellen Sie sicher, dass die Teilnahme freiwillig ist, und erläutern Sie Ziel und Ablauf. Weisen Sie darauf hin, dass alle Informationen vertraulich sind.
- Führen Sie fünf Modi des Zuhörens ein. Tiefes Zuhören lässt sich als fünf Modi beschreiben. Für den Einstieg ist es hilfreich, sie nacheinander zu üben und mit Modus 1 („Still sein“) zu beginnen; mit Erfahrung können sie verwoben werden:
- Still sein: Reagieren Sie in keiner Weise auf die sprechende Person – weder verbal noch mit Körpersprache. Blick abwenden, kein Blickkontakt.
- Aufmerksamkeit schenken: Richten Sie Ihr gesamtes Selbst auf das, was gesagt wird – unter Ausschluss alles Übrigen.
- Empathisch sein: Treten Sie in die Geschichte der sprechenden Person ein und leben Sie sie – soweit es sich für Sie stimmig anfühlt – als Ihre eigene. Spüren Sie sie im Körper, im Geist, in der Seele. Achten Sie zugleich darauf: Es ist ihre Geschichte, nicht Ihre. Wenn die Person belastet ist, wahren Sie eine sichere Distanz, z. B. über Atmung, Bewegung oder andere Strategien zur Emotionsregulation.
- Nicht werten: Das kann herausfordernd sein, wenn Bilder, Werte, Ideen oder Absichten Ihren widersprechen.
- Leer werden: Stellen Sie Ihr „Gegenwärtiges“ beiseite („parken“): Sehnsüchte, Wissen und Erfahrungen, Hoffnungen, Träume, Probleme, Visionen.
Schritt 2: Vorbereitung aufs Zuhören
- Erläutern Sie die Übung des Tiefen Zuhörens in einem Satz: Es wird nicht geantwortet und kein Dialog geführt.
- Laden Sie die Lernenden ein, nebeneinander zu gehen oder die Sitzplätze so anzuordnen, dass sie sich nicht leicht sehen.

- Legen Sie fest, wie viel Zeit jede Person zum Sprechen hat.
- Beschreiben Sie den Ablauf: in Paaren oder Trios, mit Rollenwechsel – Sprechender, Zuhörender und (im Trio) Beobachtende*r. Jede Person hat gleich viel Zeit zum Sprechen; die/der/die andere(n) üben Tiefes Zuhören.
- Lassen Sie die Lernenden festlegen, wer in jedem Paar beginnt.
- Erklären Sie: Wer als Sprechende*r früher fertig ist, darf schweigen – oder später wieder ansetzen.
- Betonen Sie: Es wird nur gesagt, was sich stimmig anfühlt. Wenn etwas zu privat oder kostbar ist, darf es unausgesprochen bleiben.
- Für die Zuhörenden: Starten Sie mit Modus 1 „Still sein“.
- Bei Trios: Nach jeder Runde 2–3 Minuten für die Beobachtenden, um Wahrnehmungen mitzuteilen – ohne Diskussion; eine weitere Übung im nicht-wertenden Zuhören.
Schritt 3: Zuhören
- Behalten Sie die Zeit im Blick.
- Erinnern Sie die Gruppen rechtzeitig an den Rollenwechsel.
Schritt 4: Reflexion im Plenum
- Auf freiwilliger Basis: Einige Lernende berichten als Zuhörende, wie es war, ohne sichtbare Reaktion zuzuhören.
- Ebenfalls freiwillig: Einige Lernende berichten als Sprechende, wie sie das Sprechen erlebt haben – ohne auf Inhalte einzugehen, sondern auf die Qualität der Erfahrung.
- Beobachtende (falls vorhanden) schildern wertfrei, was sie gesehen haben, und reflektieren die Rolle der Beobachtung.
Schritt 5: Notizen anfertigen
Geben Sie Zeit, persönliche Erkenntnisse am Ende schriftlich festzuhalten. Es ist kein inhaltliches „Harvesting“ der Beiträge vorgesehen.
Was tun – was vermeiden?
Anpassungen
Für Lernende unter 15 ist 3.3.1 Aktives Zuhören in der Regel die passendere Wahl.
Arra biztatjuk Önt, hogy igazítsa ezt a tevékenységet tanulói egyedi igényeihez, figyelembe véve többek között a neurodiverzitásukat is. Amikor eszközeinket és gyakorlatainkat neurodivergens tanulók számára adaptálja, kérjük, ne feledje: itt nem az a cél, hogy úgy bánjon másokkal, ahogyan Ön szeretné, hogy Önnel bánjanak, hanem az, hogy úgy bánjon velük, ahogyan ők szeretnék, hogy bánjanak velük. Kérdezzen, figyeljen, és maradjon nyitott a különféle megoldási módokra.
References
Die Aktivität wurde von Legacy17 entwickelt und basiert auf Deep Listening – einer Schlüsselmethodik des Programms Enspirited Envisioning, entwickelt und gelehrt von Professor Warren Ziegler, ehem. Dozent für Zukunftsstudien an der Syracuse University (USA). Über mehrere Jahrzehnte arbeitete er mit Workshop-Teilnehmenden aus öffentlichem Sektor, Hochschulen, Wirtschaft, NGOs und indigenen Gruppen.
Weiterführende Lektüre und detaillierte Anleitungen: https://hostingtransformation.eu/method/30187/
Center, N. P., & Borhan, C. (2022). Those who Listen, Change the World: The Little Book on Dialogue.

