Überblick

Diese Aktivität führt Lernende in das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation ein. Gewaltfreie Kommunikation (GFK) ist eine Methode, die Ihnen und Ihren Lernenden hilft, schwierige Situationen und Inhalte respektvoll und empathisch zu besprechen. Im Rahmen dieser Aktivität reagieren Lernende mithilfe der Gewaltfreien Kommunikation auf verschiedene Situationen und werden ermutigt, GFK auch künftig anzuwenden.

Lehrplanbezug

Sprache & Literatur, Politische Bildung & Sozialkunde, Ethik, Religion und Philosophie

Aufgebaute Kompetenzen

Verantwortungsübernahme, Aktives Zuhören, Zusammenarbeit, Emotionsregulation, Perspektivwechsel

Vorbereitung

  • Erstellen Sie „Situationskarten“: Diese Karten können aus Papier oder Karton bestehen. Schreiben oder zeichnen Sie darauf eine belastende Situation, die in der Lebenswelt Ihrer Lernenden vorkommen könnte – z. B. nicht ernst genommen zu werden, wenn man eine ernsthafte Frage (z. B. zum Klima) stellt. Berücksichtigen Sie die Lebenswirklichkeit und sozialen Dynamiken Ihrer Lernenden. Mit welchen Herausforderungen könnten sie konfrontiert sein? Nutzen Sie Situationen, die für sie relevant sind. Am Ende der Aktivitätskarte finden Sie Beispiele. 

Kompetenzen/Aktivitäten, die die Lehrperson zuerst üben sollte:

Ebenen in der Aktivität

  1. Einführung in Gewaltfreie Kommunikation
  2. Neue Gewohnheiten
  3. Nachbereitung

Ebene 1: Einführung in Gewaltfreie Kommunikation

  1. Starten Sie mit der Frage: „Warst du schon einmal aufgebracht – und jemand hat es mit seinen Worten noch schlimmer gemacht?“ Geben Sie den Lernenden Zeit, ihre Erfahrungen zu teilen, sofern sie sich damit wohlfühlen.
  2. Führen Sie das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) ein. Betonen Sie, wie GFK Menschen hilft, verständnisvoll und empathisch zu sprechen und Konflikte zu lösen, ohne die Gefühle anderer zu verletzen.
  3. Erklären Sie die vier Kernelemente der GFK. Es kann hilfreich sein, diese auf ein Whiteboard oder großes Papier zu schreiben und sichtbar zu lassen:
    • Beobachtungen: Beschreiben, was passiert ist – ohne Bewertung
    • Gefühle: Ausdrücken, wie man sich damit fühlt
    • Bedürfnisse: Benennen, was man braucht
    • Bitte: Eine freundliche Bitte äußern, um das Bedürfnis zu berücksichtigen
  4. Bilden Sie Gruppen von 2–6 Personen und geben Sie jeder Gruppe 1–3 Situationskarten. Jede Karte beschreibt ein emotional herausforderndes Szenario, das in Ihrer Lerngruppe vorkommen kann. Eine Karte könnte z. B. lauten: „Jemand hat dich nicht ernst genommen, als du eine ernsthafte Frage (z. B. zum Klima) gestellt hast.“
  5. Lassen Sie die Gruppen die Szenarien mithilfe der Gewaltfreien Kommunikation als Rollenspiel üben – jede Person soll die Gelegenheit bekommen, ihre Gefühle zur Situation gegenüber der Gruppe zu äußern. Erinnern Sie erneut an die vier Schritte der GFK und lassen Sie die Lernenden die gleiche Struktur anwenden. Ein Beispiel:
    •  Beobachtungen – „Ich habe gehört/gesehen, dass du mich nicht ernst genommen hast, als ich eine ernsthafte Frage (z. B. zum Klima) gestellt habe.“
    • Gefühle – „Ich fühle mich traurig, frustriert, unbedeutend, überhört.“
    • Bedürfnisse – „Ich brauche, dass meine Fragen angehört und ernst genommen werden.“
    • Bitte – „Es würde mir sehr helfen, wenn du meine Frage ernst nehmen würdest. Könntest du das tun?“
  6. Führen Sie eine Auswertung mit der Lerngruppe durch. Fragen Sie: Wie hat es sich angefühlt, GFK zu benutzen? Hat sich die Sicht auf das eigene Kommunikationsverhalten verändert? Fiel es leichter, Gefühle auszudrücken? Ein guter Abschluss ist die Reflexion darüber, wie die Lernenden künftig miteinander sprechen wollen. Erläutern Sie dabei, dass Empathie bedeutet, sowohl die eigenen Gefühle und Bedürfnisse als auch die anderer zu verstehen. 

Ebene 2: Neue Gewohnheiten

  1. Fordern Sie die Lernenden auf, in der kommenden Woche die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) praktisch anzuwenden. Falls passend, lassen Sie Versuche oder Erkenntnisse in einem Journal festhalten.
  2. Nach der Woche laden Sie die Lernenden ein, ihre Erfahrungen in der Klasse zu teilen.

Ebene 3: Nachbereitung

  1. Richten Sie in einem Gemeinschaftsbereich des Klassenraums eine Pinnwand ein. Beschriften Sie diese mit „Wand der Gewaltfreien Kommunikation (GFK)“.
  2. Legen Sie neben der Wand Zettel aus, auf denen Lernende Situationen und Erfahrungen notieren können, die sie mithilfe der GFK gelöst haben, und pinnen Sie diese an. Lassen Sie die Wand organisch mit Erfahrungen wachsen.
  3. Lenken Sie einmal pro Woche (oder Monat), wenn es die Zeit erlaubt, die Aufmerksamkeit auf die Pinnwand und lesen Sie einige der Situationen vor, damit die Klasse darüber nachdenken und ins Gespräch kommen kann.

Was tun – was vermeiden?

Tun

  • Situationskarten altersgerecht und relevant gestalten.
  • Lernende so gruppieren, dass sie ihre Perspektive erweitern können.

Vermeiden

  • Vermeiden Sie Situationskarten, die traumatisierend oder anderweitig unangemessen sein könnten.

Anpassungen

Wenn Ihre Lernenden Schwierigkeiten haben zu verstehen, was zu tun ist, bitten Sie ein freiwilliges Tandem, die Aktivität vor der Klasse vorzuspielen.

Wenn Ihre Lernenden bereits eine Grundlage in GFK und Selbstreflexion haben, können Sie sie eigene Situationskarten entwerfen lassen.

Wenn das Ausdrücken von Gefühlen schwerfällt, zeigen Sie das Klima-Emotionsrad (siehe Ressourcen in 1.2.1) oder führen Sie zunächst diese Aktivität durch.

We invite you to adapt this activity to the specific needs of your learners, including by taking into account their neurodiversity. When adapting tools and activities for neurodivergent learners, please note it is not about treating others how you want to be treated, but how they want to be treated. Ask, listen, and stay open to different ways of learning and engaging. 

Quellen

Diese Aktivität, entwickelt von Legacy17, lässt sich von Marshall Rosenbergs Konzept der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) inspirieren und wurde behutsam angepasst, um Lernende beim Aufbau von Kompetenzen für Klimaresilienz zu unterstützen.

Sie bleibt den Grundprinzipien der GFK – wie Empathie, Klarheit und mitfühlendem Dialog – verpflichtet und wendet sie im Kontext von Nachhaltigkeit und Bildung für Klimaresilienz an. Legacy17 engagiert sich seit Langem dafür, GFK-Ansätze in die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE/ESD) zu integrieren – stets mit Respekt für das ursprüngliche GFK-Rahmenwerk und die Community.

The Center for Nonviolent Communication. (n.d.). https://www.cnvc.org/

Ideen für Situationskarten mit Bezug zum Klimawandel

Hier einige Beispiele, die Sie an die Lebenswelt Ihrer Lernenden anpassen können:

Situation: Ideen zu Handlungen

Du teilst eine Idee zum Klimawandel und dazu, was du und andere verändern könnten – z. B. einen Schulkompost starten –, aber jemand lacht und sagt, das bringe nichts.

Beobachtungen Gefühle Bedürdnisse Bitten


Situation: Traurige Nachrichten

Du bist traurig, nachdem du im Fernsehen von Überschwemmungen erfahren hast, aber wenn du darüber sprechen möchtest, wechseln die anderen das Thema.

Beobachtungen Gefühle Bedürdnisse Bitten


 Situation: Einsatz für Wildtiere

Du sprichst darüber, wie sehr du dich um Tiere sorgst, die durch den Klimawandel ihren Lebensraum verlieren, und jemand sagt: „Das ist doch nicht so schlimm.“

Beobachtungen Gefühle Bedürdnisse Bitten


Situation: Eine Zeichnung der Zukunft

Du bringst eine Zeichnung einer grünen, zukünftigen Stadt mit, und jemand sagt, sie sehe albern aus.

Beobachtungen Gefühle Bedürdnisse Bitten


Situation: Nervös – und ohne Unterstützung

Du bist nervös, über den Klimawandel zu sprechen, und jemand lacht, statt zuzuhören.

Beobachtungen Gefühle Bedürdnisse Bitten


Allgemeine Informationen

  • Altersgruppe: 6+
  • Dauer: Ein oder zwei Unterrichtseinheiten (ca. 45-90 Minuten)
  • Gruppengröße:

  • Schwierigkeitsgrad: Medium

  • Material/Raum: 10–20 Situationskarten, Whiteboard und/oder großes Blatt Papier, Marker
  • Ort: Drinnen

  • Einbindung externer Stakeholder: Nicht zwingend.