Vorbereitung
- Achtsames Gehen selbst üben, einschließlich der Hinweise in Aktivität 1.3.3 (Kontemplative Praktiken).
Schritte in dieser Aktivität
- Erleben
- Reflexion
Schritt 1: Erleben
- Bringen Sie die Gruppe an einen ruhigen Ort in der Natur – z. B. auf einen Weg oder auf eine Lichtung, auf der man gehen kann.
- Laden Sie die Lernenden ein, gemeinsam ein paar tiefe Atemzüge zu nehmen, und ermutigen Sie sie, während der Übung weiter tief zu atmen.
- Bitten Sie die Lernenden, in der Natur so langsam wie möglich zu gehen und dabei weiter tief zu atmen. Lassen Sie sie den für sie passenden Rhythmus aus Atmung und Gehen finden – und modellieren Sie selbst ein sehr langsames Gehen.

- Bitten Sie die Lernenden, in die Richtung bzw. dem Pfad zu folgen, der sie anspricht. Der Fokus liegt auf Gehen und Atmen; zugleich sollen die Lernenden Zeit haben, den Naturraum zu erkunden. Je nach Alter können Sie darauf hinweisen, im Sichtkontakt zur Lehrperson zu bleiben.
Schritt 2: Reflexion
- Laden Sie am Ende der Übung die Lernenden, die möchten, zu einem kurzen Austausch darüber ein, wie sich die Naturübung angefühlt hat. Fragen Sie, ob ihnen Geräusche, Gerüche, Farben oder Texturen aufgefallen sind – und ob es Elemente gab, die sie vorher nicht wahrgenommen hatten.
- Ermutigen Sie die Lernenden, den langsamen Naturspaziergang regelmäßig zu praktizieren, um die Verbindung zu sich selbst und zur Natur zu stärken.
Was tun – was vermeiden?
Tun
- Lernende ausdrücklich ermutigen, sehr langsam zu gehen.
- Selbst langsames Gehen modellieren, während die Lernenden üben.
Vermeiden
Die Erwartung, dass die Aktivität von Anfang an „perfekt“ läuft; stattdessen den Lernenden Zeit geben, sich durch regelmäßige Wiederholung hineinzufinden.
Anpassungen
Wenn Lernende nicht gehen können, ermutigen Sie sie zu tiefem Atmen in der Natur.
Diese Aktivität kann regelmäßig durchgeführt werden, um das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen zu fördern, und sie ergänzt alle Aktivitäten in Kompetenzbereich 1 „Umgang mit Klimaemotionen und Traumata“.
Wir laden Sie stets ein, diese Aktivität an die Bedürfnisse Ihrer Lernenden anzupassen, einschließlich unter Berücksichtigung ihrer Neurodiversität. Beim Anpassen von Tools und Aktivitäten für neurodivergente Lernende gilt: Es geht nicht darum, andere so zu behandeln, wie Sie behandelt werden möchten, sondern so, wie sie behandelt werden möchten. Fragen, zuhören und offen bleiben für unterschiedliche Wege des Lernens und der Beteiligung.
Quellen
Inspiriert von Thich Nhat Hanhs Praxis des achtsamen Gehens:
ICPPD. (2014, May 29). 5 Thich Nhat Hanh – Simple Mindfulness – Mindful walking [Video]. YouTube. https://www.youtube.com/watch?v=YSOKte6TeMI
Thich Nhat Hanh | Plum Village. (n.d.). Plum Village. https://plumvillage.org/about/thich-nhat-hanh
Lion’s Roar. (2024, October 9). Thich Nhat Hanh’s walking meditation. https://www.lionsroar.com/walking-meditation-thich-nhat-hanh/
Louv, R. (2008). Last Child in the Woods: Saving Our Children from Nature-Deficit Disorder. https://richardlouv.com/books/last-child/ (Highlights the benefits of unstructured play in nature for cognitive and emotional development)
Kuo, M., Barnes, M., & Jordan, C. (2019). Do experiences with nature promote learning? converging evidence of a Cause-and-Effect relationship. Frontiers in Psychology, 10. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2019.00305 (Shows that time in nature improves attention, learning, and creativity)

