Vorbereitung
- Kooperation aufbauen.
- Sich mit dem Kontext vertraut machen, in dem die andere Schule/Organisation/Universität angesiedelt ist.
- Ziele des Projekts klären: vom Einblick in unterschiedliche Betroffenheiten und Reaktionen auf den Klimawandel bis zur Planung eines gemeinsamen Projekts zum Aufbau von Klimaresilienz.
- Mögliche Voreingenommenheiten der Lernenden gegenüber dem anderen Kontext antizipieren und vorbereitende Informationen bereitstellen.
Kompetenzen/Aktivitäten, die die Lehrperson zuerst üben sollte:
- Gewaltfreie Kommunikation
- Aktivitäten unter Kompetenzbereich 3 „Werte leben, die alles Lebendige tragen“.
- Aktivitäten unter Kompetenzbereich 4 „Offenheit für vielfältige regenerative Zukunftsbilder“ können vorab oder gemeinsam mit der Partnerschule praktiziert werden.
Levels in der Aktivität
- Kurze Erkundung
- Regelmäßiger Austausch
- Kollaborative Projekte
Level 1: Kurze Erkundung
- Bereiten Sie die Online-Sitzung gemeinsam mit der Lehrperson/Bildungsreferent:in der anderen Schule/Organisation/Universität vor.
- Klären Sie in der Vorbereitung und im Austausch mit der Partnerseite die Erwartungen an den Lernaustausch. Fragen, die gemeinsam zu adressieren sind: (1) Welches Format soll der Austausch haben (z. B. kurze Erkundung, kollaboratives Projekt)? (2) Welche Lernziele verfolgen wir – auch im Hinblick auf Klimaresilienz? (3) In Bezug auf Klimaresilienz: Wie gut kennen wir die aktuellen Klimafolgen in den jeweiligen lokalen Kontexten, und wie viel Recherche erwarten wir von den Lernenden? Über welches Klimaereignis/Erlebnis können wir sicher sprechen? Welches lokale Klimaprojekt (umgesetzt oder in Umsetzung) könnten wir vorstellen? Können wir lokale Visionen einer klimaresilienten, biodiversen, verbundenen und fürsorglichen sowie kreativen Welt diskutieren – und wie unterstützen wir die Lernenden am besten dabei?
- Erklären Sie vor dem ersten Kontakt mit den Lernenden der anderen Seite die Erwartungen an den Austausch und besprechen Sie Prinzipien einer neugierigen und respektvollen Kommunikation. Geben Sie Zeit für Fragen und sprechen Sie mögliche Biases mancher Lernenden offen an.
- Stellen Sie sicher, dass die Technik im Vorfeld funktioniert, und halten Sie Backup-Pläne bereit, falls die Verbindung instabil ist oder abbricht.
- Bereiten Sie jede Sitzung mit Aktivitäten-Sets vor und lassen Sie ausreichend Zeit für den Austausch zwischen den Lernenden. Eine mögliche Agenda für eine 2-stündige Sitzung: (1) kurze Vorstellung durch beide Lehrpersonen zu Land, Schule und Klasse; (2) einige Lernende jeder Schule berichten, wie ihre Umwelt aussieht und welche Umweltprobleme sie beobachten und kennengelernt haben; (3) einige Lernende jeder Schule stellen Lösungen vor, die sie umgesetzt haben oder die in ihrem Dorf/ihrer Stadt zur Bewältigung der ökologischen Krise umgesetzt werden; (4) einige Lernende reflektieren neue Aktivitäten, die sie aufgrund des Austauschs gerne umsetzen würden, oder neue Visionen, die sie teilen, erkunden und/oder zum Leben bringen möchten. Diese Agenda eignet sich sowohl für eine kurze Erkundungssitzung als auch für längerfristige regelmäßige Austausche und kollaborative Projekte.
- Organisieren Sie eine Nachbesprechung (Follow-up-Call), um zu reflektieren, welche Ergebnisse die Erkundung für jede Schule hatte und welche Herausforderungen und Chancen sich gezeigt haben.
- Ermöglichen Sie den Lernenden, weiter in Kontakt zu bleiben, wenn sie das möchten.
Level 2: Regelmäßiger Austausch
- Mehrere Aktivitäten aus Kompetenzbereich 4 „Sich für vielfältige klimaresiliente und regenerative Zukünfte öffnen“ können gemeinsam mit Lernenden der anderen Schule/Organisation/Universität durchgeführt werden. Dadurch erhöhen sich Vielfalt der Gedanken und Erfahrungen bei der Erkundung unterschiedlicher regenerativer Zukünfte, und die Übungen werden spannender.
- Prüfen Sie, welche Teile der Aktivitäten Sie gemeinsam und welche Sie aufgrund technischer Rahmenbedingungen besser getrennt durchführen. Die einzelnen Schritte können über mehrere Tage/Wochen verteilt werden.
- Sichern Sie Gelegenheiten zur Reflexion – z. B. durch Journaling oder kurze Debriefings am Ende jeder Sitzung. Diese Reflexionszeiten können auch Emotionen oder Schwierigkeiten sichtbar machen, die Aufmerksamkeit brauchen.
Level 3: Kollaborative Projekte
- Im Rahmen einer Austauschkooperation können verschiedene gemeinsame Projekte umgesetzt werden. Dazu zählen parallele lokale Klimaresilienz-Projekte im Sinne der Aktivitäten unter Tool 5.2. „Lokales Handeln für Klimaresilienz“, oder Projekte, die nur bei einem Partner umgesetzt werden, während die Lernenden der anderen Schule/Organisation/Universität das Projekt begleitend verfolgen und auf Einladung punktuell beitragen.
- Eine reichhaltige Dokumentation lokaler Projekte mit Fotos und Videos kann Engagement und Motivation auf beiden Seiten deutlich erhöhen.
Was tun – was vermeiden?
Tun
- Sich ein gutes Verständnis des kulturellen, wirtschaftlichen, sozialen und politischen Kontexts der Partnerschule/-organisation/-universität aneignen.
- Für offene und klare Kommunikation mit der anderen Lehrperson/dem anderen Team sorgen, damit mögliche Fragen interkultureller Kommunikation thematisiert werden können.
- Sich Zeit nehmen, den/die Partner:in kennenzulernen, bevor kollaborative Projekte gestartet werden. Die drei Ebenen dieses Tools können nacheinander umgesetzt werden.
Vermeiden
- Vermeiden Sie die Annahme, eine Partnerschule/-organisation/-universität in einem marginalisierten Gebiet und/oder im Globalen Süden brauche Ihre Expertise, Kenntnisse oder sonstige Ressourcen.
- Vermeiden Sie es, ein kollaboratives Projekt für eine Partnerschule/-organisation/-universität in einem marginalisierten Gebiet und/oder im Globalen Süden vorab zu entwerfen. Erwägen Sie ein solches Projekt nur, wenn eine klare Anfrage vorliegt. Unterstützen Sie ausschließlich, wenn und wie es erbeten wird.
Anpassungen
Wenn abzusehen ist, dass es Ihren Lernenden schwerfällt, spontan zu sprechen, bitten Sie sie, vorab eine Präsentation – ggf. in Gruppen – zu vorbereiten, bevor sie erstmals mit der Partnerseite zusammentreffen.
Wenn Live-Termine aufgrund technischer Einschränkungen schwierig sind, erwägen Sie vorab aufgezeichnete Kurzvideos oder den Austausch von Briefen, Bildern und Kunstwerken.
Wenn Ihre Lernenden direkt miteinander arbeiten möchten, richten Sie kleine Arbeitsgruppen mit konkreten Aufgaben ein und sorgen Sie für gemeinsame Verantwortung für respektvolle interkulturelle Zusammenarbeit.
Viele Aktivitäten aus Kompetenzbereich 4 „Offenheit für vielfältige regenerative Zukunftsbilder“ lassen sich im Rahmen regelmäßiger Austausche als gemeinsame Aktivitäten mit einer anderen Schule/Organisation/Universität praktizieren.
Wir laden Sie stets ein, diese Aktivität an die Bedürfnisse Ihrer Lernenden anzupassen, einschließlich unter Berücksichtigung ihrer Neurodiversität. Beim Anpassen von Tools und Aktivitäten für neurodivergente Lernende gilt: Es geht nicht darum, andere so zu behandeln, wie Sie behandelt werden möchten, sondern so, wie sie behandelt werden möchten. Fragen, zuhören und offen bleiben für unterschiedliche Wege des Lernens und der Beteiligung.
Quellen
Diese Aktivität wurde von One Resilient Earth entwickelt.
Global school exchanges. (n.d.). https://www.globalschoolexchanges.com/
ETwinning | European School Education Platform. (2024, October 10). https://school-education.ec.europa.eu/en/etwinning
Mobility for pupils and staff in school education. (n.d.). Erasmus+. https://erasmus-plus.ec.europa.eu/programme-guide/part-b/key-action-1/mobility-school
Mainsah, H., Morrison, A., & Edeholt, H. (2017). Building networks for knowledge exchange, and design strategies for climate futures. The Design Journal, 20(sup1), S102–S109. https://doi.org/10.1080/14606925.2017.1352660

