Überblick

Wie stehen Tiere miteinander und zu ihrer Umwelt in Beziehung? Was haben wir mit anderen Tieren gemeinsam, worin unterscheiden wir uns? Welche Beispiele lassen sich für unsere gemeinsame Abstammung und unsere unterschiedlichen Anpassungen finden? Erkunden Sie diese Fragen durch Beobachtung, Reflexionen und Bewegungsübungen. Vorgeschlagene Reflexionsfragen sowie verschiedene Beispiele regen Lernende dazu an, Lebensweisen zu erwägen, die alle Lebensformen erhalten. Freundliches Lachen, harmlose Erkundung und Freude sind erwünscht! Wir lernen und erinnern leichter, wenn wir Freude haben. Der Zugang zu Tieren kann so einfach sein wie der Besuch eines Marktplatzes, um Tauben zu beobachten. Für die Übungen ist keine Nähe zu den Tieren erforderlich.

Lehrplanbezug

Naturwissenschaften, Politische Bildung & Sozialkunde, Fächerübergreifende & Globale Kompetenzen

Aufgebaute Kompetenzen

Kritisches Denken, Empathie, Denken in Verbundenheit, Naturverbundenheit, Präsenz, Systemdenken

Vorbereitung

  • Machen Sie sich mit den vorgeschlagenen Reflexionsfragen vertraut.

Schritte in dieser Aktivität

  1. Finden, auswählen und beobachten
  2. Bewegungen beschreiben und ausprobieren
  3. Fragen stellen und reflektieren
  4. Recherchieren

Schritt 1: Eine Art/Gruppe finden, auswählen und beobachten

  1. Gehen Sie mit den Lernenden an einen Ort, an dem es sicher Tiere zu beobachten gibt.
  2. Wählen Sie gemeinsam eine Art aus. Je nach Gruppe kann die gesamte Klasse eine Art wählen oder Sie bilden Kleingruppen, die jeweils eine Art auswählen.
  3. Geben Sie allen einige Minuten Zeit, die gewählten Tiere zu beobachten.

Schritt 2: Bewegungen der Tiere beschreiben und ausprobieren

  1. Bitten Sie die Lernenden, die Bewegungen der ausgewählten Tiere zu beschreiben.
  2. Lassen Sie die Lernenden diese Bewegungen mit dem eigenen Körper nachahmen.
  3. Optional: Reflektieren Sie gemeinsam während oder nach der Übung. Mögliche Fragen: Welche Bewegungen fallen dir leicht? Welche sind schwierig oder sogar unmöglich?
  4. Lassen Sie die Lernenden überlegen, welche Aspekte der Umwelt die Entwicklung dieser Bewegungen beeinflusst haben könnten (z. B. schnelles Laufen, um Räubern zu entkommen; weit nach oben greifen, um Nahrung in Bäumen zu erreichen).

Schritt 3: Fragen und Reflexionen auf Basis der Beobachtungen

  1. Regen Sie Lernende an, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Menschen und dem gewählten Tier zu diskutieren und zu reflektieren. Nutzen Sie die Fragen unten oder eigene/aus der Gruppe entstandene Fragen. Kleingruppen erleichtern vertiefte Gespräche. Mögliche Fragen:
    1. Wie viele Beine hat das Tier?
    2. Wo befinden sich seine Augen?
    3. Kann es im Wasser leben bzw. untertauchen?
    4. Hat es Knochen? Wie sieht sein Skelett aus?
    5. Lebt es in Gruppen oder allein? Gibt es so etwas wie Freundschaften?
    6. Wird es langsamer, wenn es kalt ist?
    7. Wie sieht sein Unterschlupf aus?
    8. Wovor hat es Angst?
    9. Bekommt es den Klimawandel zu spüren?
  2. Bitten Sie die Lernenden, sich vorzustellen, wie Tiere die Welt sehen und/oder miteinander kommunizieren. 

Schritt 4: Reflexion und Vorstellungskraft mit Recherche und Fakten verbinden

  1. Lassen Sie die Lernenden ihre gewählte Art recherchieren – insbesondere die in Schritt 2 geäußerten Annahmen und Vorstellungen überprüfen. Die Recherche kann online oder in Büchern erfolgen und durch einen kurzen Input oder ein Gespräch mit einer Fachperson ergänzt werden.
  2. Bitten Sie die Lernenden, die Rechercheergebnisse mit den Annahmen und Vorstellungen aus Schritt 2 zu vergleichen. Was haben sie gelernt, was hat sie überrascht?
  3. Lassen Sie die Lernenden in einer Zeichnung oder Collage darstellen, wie ihr Tier kommuniziert und/oder die Welt wahrnimmt. Inspiration bietet u. a. die Arbeit von Marshmallow Laser Feast und die immersive Erfahrung „In the Eyes of the Animal“. 

(Optional) Schritt 5: Die Recherche auf andere Tiere ausweiten 

  1. Sammeln Sie zu der gewählten Art Informationen zu:
    1. Wie erlebt diese Art die Welt über ihre Sinne?
    2. Wie kommuniziert diese Art – und kooperiert sie vielleicht sogar?
  2. Ermutigen Sie die Lernenden, über Direktbeobachtung (wo möglich), Videos, Online-/Buchrecherche oder Expertengespräche zu arbeiten.
  3. Lassen Sie die Lernenden ihre Ergebnisse kreativ präsentieren – im Rahmen des Machbaren. Mögliche Formate:
    1. kurzes Spiel oder Impro-Theater für den Unterricht
    2. Fotografien, Malerei, Zeichnungen, Comics oder multimediale Arbeiten
    3. Texte, z. B. Gedichte, Kurzgeschichten oder Essays
    4. kurze Präsentation mit Bilderserie/Slides
    5. physische Modelle
    6. eine Sammlung beschreibender KI-generierter Bilder auf Basis eigener Text-Prompts – vorausgesetzt, die ethischen Implikationen werden thematisiert
  4. Lassen Sie die Lernenden die Präsentationen der anderen reflektieren. 

Was tun – was vermeiden?

Vermeiden

Lernende zu Bewegungen zu drängen, die sie nicht ausführen möchten, oder sie zum Sprechen vor der ganzen Gruppe zu nötigen. Konzentrieren Sie sich stattdessen darauf, den Rahmen sicher, ermutigend und interessant zu gestalten.

Anpassungen

Sie können die Aktivität mit einem Zoobesuch verbinden und die Artenwahl mit dem Zoopersonal abstimmen. Führen Sie dann die Schritte 1–3 vor Ort durch und bitten Sie für Schritt 4 eine Zoopädagogin/einen Zoopädagogen um einen kurzen Input zur gewählten Art.

Wir laden Sie stets ein, diese Aktivität an die Bedürfnisse Ihrer Lernenden anzupassen, einschließlich unter Berücksichtigung ihrer Neurodiversität. Beim Anpassen von Tools und Aktivitäten für neurodivergente Lernende gilt: Es geht nicht darum, andere so zu behandeln, wie Sie behandelt werden möchten, sondern so, wie sie behandelt werden möchten. Fragen, zuhören und offen bleiben für unterschiedliche Wege des Lernens und der Beteiligung.  

Quellen

Diese Aktivität wurde von Climate Creativity entwickelt.

Schönfelder, M. L., & Bogner, F. X. (2017). Two ways of acquiring environmental knowledge: by encountering living animals at a beehive and by observing bees via digital tools. International Journal of Science Education, 39(6), 723–741.
https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/09500693.2017.1304670

Zahlreiche Metaanalysen zeigen, dass Mind-Body-Praktiken motorische, kognitive und affektive Funktionen in gesunden wie klinischen Populationen fördern. Siehe u. a.:

Han, Y. M. Y., Chan, M. M. Y., Choi, C. X. T., Law, M. C. H., Ahorsu, D. K., & Tsang, H. W. H. (2023). The neurobiological effects of mind–body exercise: a systematic review and meta-analysis of neuroimaging studies. Scientific Reports, 13(1). https://doi.org/10.1038/s41598-023-37309-4 

Mualem, R., Leisman, G., Zbedat, Y., Ganem, S., Mualem, O., Amaria, M., Kozle, A., Khayat-Moughrabi, S., & Ornai, A. (2018). The effect of movement on cognitive performance. Frontiers in Public Health, 6. https://doi.org/10.3389/fpubh.2018.00100 
Marshmallow Laser Feast. (2024, August 1). In the Eyes of the Animal — Marshmallow Laser Feast. https://marshmallowlaserfeast.com/project/in-the-eyes-of-the-animal/

Allgemeine Informationen

  • Altersgruppe: 6+
  • Dauer: Ein oder zwei Unterrichtseinheiten (ca. 45-90 Minuten), Längere Projekte
  • Gruppengröße:

  • Schwierigkeitsgrad: Medium

  • Material/Raum: Tiere zum Beobachten, z. B. Vögel, Schafe, Käfer oder Eidechsen. Raum: Ausreichend ruhig für Gespräche und groß genug für Bewegungsübungen
  • Ort: Beliebig

Überall dort, wo sich Tiere finden – z. B. an See, Park, Marktplatz, Bauernhof oder im Zoo; Teile der Aktivität finden auch drinnen statt.

  • Einbindung externer Stakeholder: Optional

Optional for step 4