Vorbereitung
- Einige unterstützende Maßnahmen erfordern Vorbereitung (siehe unten).
Schritte in dieser Aktivität
- Erkunden
- Unterstützen
- Evaluieren
Schritt 1: Erkunden
- Wählen Sie ein lokales Ökosystem/Naturgebiet aus, das Sie erkunden und unterstützen möchten. Beginnen Sie ggf. mit der Frage, ob es einen Naturraum gibt, in dem die Lernenden Zeit verbringen oder der ihnen am Herzen liegt. Auf dem Land kommen z. B. Feld, Wald, See oder Strand in Frage; im urbanen Raum etwa Garten, Park, Straßenrand oder Flussufer. Bitten Sie die Lernenden, das gewählte Ökosystem allein oder in Gruppen zu recherchieren, um den Besuch vorzubereiten.
- Besuchen Sie das ausgewählte Gebiet und erforschen Sie, was dort zu finden ist. Lassen Sie die Lernenden das Leben vor Ort dokumentieren – je nach Ökosystem mit Fokus auf Pflanzen, Pilze oder Tiere.
- Beispiel Rasenfläche rund um die Schule: Suchen Sie nach Pflanzen und Tieren; falls wenig sichtbar ist, gehen Sie in die Tiefe, graben Sie etwas Erde um und suchen Sie nach Regenwürmern oder anderen Insekten. Steht ein Mikroskop zur Verfügung, kann eine Bodenprobe untersucht werden, um Kleinstlebewesen zu entdecken.
- Beispiel (halb)natürliche Blumenwiese: Hier gibt es vermutlich viele Arten zu dokumentieren. Unterschiedliche Gruppen können Blütenpflanzen, Bienen und Hummeln, Vögel, Schmetterlinge sowie Bäume/Sträucher erfassen. Fotografieren Sie die gefundenen Arten. Die Lernenden können eine App zur Bestimmung nutzen oder die Namen später in Büchern nachschlagen.
Schritt 2: Unterstützen
- Starten Sie mit einem Bewegungsspiel, bei dem sich die Lernenden gegenseitig spiegeln, und reflektieren Sie anschließend, wie Nachahmung der Natur ein Weg sein kann, Ökosysteme zu unterstützen.
- Die Lernenden arbeiten in Zweierteams.
- Eine Person bewegt sich langsam, die andere ahmt die Bewegungen nach. Ziel ist das gemeinsame Erleben, so synchron, dass Außenstehende die führende Person nicht von der nachahmenden unterscheiden können.
- Stellen Sie die Frage: „Wie können wir durch Nachahmen der Natur Lösungen finden?“
- Brainstorming: Was können wir tun, um das gewählte Ökosystem zu unterstützen? Zusatzfragen:
- Wurden bei Ihrem Besuch Probleme sichtbar (z. B. Verschmutzung, Müll)?
- Hat jemand dieses Ökosystem früher besucht und Veränderungen über die Zeit bemerkt?
- Gibt es Planungen, das Ökosystem auf nicht nachhaltige Weise zu entwickeln?
- Gab es erwartete Arten, die nicht beobachtet wurden? Das kann darauf hindeuten, dass diese Arten unter Druck stehen.
- Diskutieren Sie und entscheiden Sie gemeinsam, welche Unterstützung sinnvoll ist – falls das Ökosystem sie benötigt. Der Bedarf hängt vom lokalen Kontext ab. Die Lernenden müssen das Ökosystem kennenlernen, bevor sie handeln – oder sich bewusst enthalten. Manchmal ist es am besten, die Natur in Ruhe zu lassen.
- Prüfen Sie die folgenden Beispielmaßnahmen für landbasierte und gewässerbezogene Ökosysteme.
- Für ein landbasiertes Ökosystem wie eine Rasenfläche sind mögliche Schritte:
- Nichts tun: Den Rasen nicht mähen. Wenn Blumen vorhanden sind, können sie blühen und Bestäuber ernähren.
- Wiederverwildern: Lokales Saatgut von Wildblumen sammeln oder kaufen und auf der Fläche ausbringen, um die Blütendiversität zu erhöhen.
- Ein gesundes Ökosystem nachahmen: In trockenen Regionen, in denen der Rasen künstlich bewässert werden müsste, kann es sinnvoll sein, ihn durch heimische, trockenheitsresistente Gräser zu ersetzen.
- Für ein Gewässer (See/Fluss) kommen u. a. infrage:
- Politisch aktiv werden: Bei Verschmutzung die Quelle ermitteln und das Problem öffentlich ansprechen.
- Wiederverwildern: Wenn heimische Arten verschwunden sind, zunächst die Ursachen klären und ggf. Wiedereinbürgerung prüfen – ggf. genehmigungspflichtig.
- Ein gesundes Ökosystem nachahmen: Bei Erosion am Ufer kann das Pflanzen heimischer Bäume helfen.
Schritt 3: Evaluieren
- Stellen Sie sicher, dass Ihre unterstützenden (Nicht-)Handlungen dem Ökosystem tatsächlich nützen. Entwickeln Sie vorab einen Plan, wie die Auswirkungen evaluiert werden. Dazu kann ein Forschungsdesign gehören, mit dem die Lernenden Veränderungen im Ökosystem verfolgen. Vorschläge:
- Vorher-Nachher-Untersuchungen desselben Ökosystems.
- Vergleich des unterstützten Ökosystems mit einem ähnlichen Ökosystem, das unberührt blieb.
- Umsetzung der Unterstützung nur auf Teilflächen und Vergleich der Bereiche.
- Erheben Sie Daten zu Diversität (wie viele verschiedene Arten werden gefunden?) und/oder Abundanz (wie groß sind die Populationen?), z. B. durch Zählen von Arten/Individuen oder Tonaufnahmen von Vogelstimmen.
- Visualisieren und vergleichen Sie die gesammelten Daten mit Diagrammen und kreativen Darstellungen.
- Sind Ihre (Nicht-)Maßnahmen erfolgreich, überlegen Sie, wie sie skaliert werden können. Verwandelt sich z. B. der Schulrasen von einer Monokultur in eine artenreiche Blumenwiese, laden Sie Eltern ein, präsentieren Sie Ihre Ergebnisse und ermutigen Sie zur Nachahmung.
Was tun – was vermeiden?
Vermeiden
- Vermeiden Sie, der Natur zu schaden. Lernen Sie das Ökosystem gründlich kennen, bevor Sie Unterstützung anbieten. Wenn Sie unsicher sind, ob die geplante Maßnahme nützlich ist, holen Sie vorab die Einschätzung einer lokalen Ökosystem-Expert:in ein.
Anpassungen
Visuelle Unterstützungen einsetzen: Fotokarten oder gedruckte Bestimmungshilfen für Lernende, denen Lesen oder abstrakte Konzepte schwerfallen.
Alternativen mit weniger Bewegung anbieten: Wählen Sie den Ort passend zur Gruppe. Ermöglichen Sie manchen Lernenden, nur einen kleinen Bereich zu erkunden oder gesammelte Proben drinnen zu beobachten, wenn Mobilität oder Erschöpfung ein Thema ist.
Wir laden Sie stets ein, diese Aktivität an die Bedürfnisse Ihrer Lernenden anzupassen, einschließlich unter Berücksichtigung ihrer Neurodiversität. Beim Anpassen von Tools und Aktivitäten für neurodivergente Lernende gilt: Es geht nicht darum, andere so zu behandeln, wie Sie behandelt werden möchten, sondern so, wie sie behandelt werden möchten. Fragen, zuhören und offen bleiben für unterschiedliche Wege des Lernens und der Beteiligung.
Quellen
Diese Aktivität wurde von Climate Creativity entwickelt.
Sitka-Sage and colleagues. (2017). Rewilding Education in Troubled Times; or, Getting Back to the Wrong Post-Nature. Visions for Sustainability.
https://ojs.unito.it/index.php/visions/article/view/2334
Check out this link for examples of biomimicry: https://www.learnbiomimicry.com/blog/best-biomimicry-examples
Ballantyne, R., & Packer, J. (2002). Nature-based Excursions: School Students’ Perceptions of Learning in Natural Environments. International Research in Geographical and Environmental Education, 11(3), 218–236. https://doi.org/10.1080/10382040208667488
Gilchrist, M. (2023, May 16). Children & Nature Programme: the importance of integrating time spent in nature at school. https://naturalengland.blog.gov.uk/2023/05/16/children-nature-programme-the-importance-of-integrating-time-spent-in-nature-at-school/

