Vorbereitung
- Die Praxis vorab selbst ausprobieren.
- Journale für Lernende bereitstellen.
Schritte in dieser Aktivität
- Einführung
- Auswahlprozess
- Praxis
- Reflexion
Schritt 1: Einführung in die Sit-Spot-Praxis
- Legen Sie die Dauer fest. Als Einstieg eignen sich in der Regel 10–20 Minuten; passen Sie die Zeit an Alter und Aufmerksamkeitsspanne der Lernenden an.
- Erklären Sie Ziel und Sinn der Sit-Spot-Praxis: eine tiefere Naturverbindung aufbauen, Beobachtungsfähigkeit stärken sowie Ruhe und Achtsamkeit fördern.
- Sprechen Sie darüber, warum Zeit in der Natur – gerade im Kontext von Klimaresilienz – hilfreich ist. Verdeutlichen Sie, wie Naturaufenthalte unser Verständnis und unsere Wertschätzung der Umwelt vertiefen.
- Vereinbaren Sie Regeln für die Sit-Spot-Zeit, z. B.:
- Leise bleiben und Ablenkungen vermeiden (kein Sprechen, keine Handys/anderen Geräte).
- An einem Ort bleiben; Bewegungen möglichst gering halten.
- Mit vier Sinnen beobachten – Sehen, Hören, Riechen und Tasten.
Schritt 2: Den Sit-Spot auswählen
- Leiten Sie die Lernenden bei der Wahl eines Sit-Spots an: ein sicherer, bequemer Ort in der Natur, an dem sie ruhig und ungestört sitzen können – etwa im Schulgarten, Park, Wald oder eine ruhige Ecke mit Pflanzen/Bäumen.
- Ermutigen Sie dazu, einen Ort zu wählen, an den sie regelmäßig zurückkehren können. Wiederholte Besuche fördern Beobachtung von Veränderungen und eine wachsende Beziehung zum Platz.
- Führen Sie vor dem Aufsuchen des Sit-Spots eine kurze Achtsamkeitsübung zur Sammlung durch (z. B. ein paar tiefe Atemzüge oder ein bewusstes Lauschen auf Umgebungsgeräusche). Erinnern Sie daran, sich langsam und ruhig zu bewegen und die Natur zu respektieren.
Schritt 3: Sit-Spot-Praxis
- Am Sit-Spot beginnen die Lernenden mit ruhigem Beobachten. Laden Sie ein, kleine Details wahrzunehmen: Blattfarben, Windgeräusche, den Untergrund unter dem Körper.
- Geben Sie nach einigen Minuten Impulse, z. B.:
- Was ist das Interessanteste, das du wahrnimmst?
- Wie verändert sich deine Umgebung im Laufe der Zeit?
- Welche Gefühle oder Gedanken tauchen auf, während du hier sitzt?
- Welche natürlichen Elemente kannst du an deinem Platz berühren?
- Ermutigen Sie die Lernenden, ihre Beobachtungen im Heft festzuhalten – schreibend, zeichnend oder als Gedicht/kurze Erzählung. Lassen Sie Raum für Kreativität.

Schritt 4: Austausch und Abschluss
Sammeln Sie die Gruppe und laden Sie zu einer kurzen Reflexionrunde ein: Was wurde beobachtet? Wie hat es sich angefühlt? Welche Einsichten gab es?
Was tun – was vermeiden?
Tun
- Alle Lernenden ermutigen, einen Platz zu finden; bei der Auswahl oder Fokussierung bei Bedarf individuell unterstützen.
- Positive Beteiligung fördern: unterschiedliche Zugänge (Skizzieren, Schreiben, stilles Sitzen) anerkennen und wertschätzen.
Vermeiden
- Teilnahme zu erzwingen. Wenn jemand nicht interessiert ist oder der Übung nicht folgen kann, nicht insistieren – lieber behutsam aus der Gruppe herausnehmen, um andere nicht abzulenken.
- Desinteresse zu ignorieren. Bei erkennbarer Distanz im Einzelgespräch klären, wie sich die Aktivität sinnvoll oder barriereärmer gestalten lässt.
Anpassungen
Für jüngere Lernende oder Personen, denen ruhiges Sitzen schwerfällt, kann ein spielerischer Einstieg helfen: z. B. ein einfaches Versteckspiel in der Natur und danach eine kurze Solo-Zeit am gewählten Versteck. So wird die Sit-Spot-Praxis niedrigschwellig und spielerisch eingeführt.
Wir laden Sie stets ein, diese Aktivität an die Bedürfnisse Ihrer Lernenden anzupassen, einschließlich unter Berücksichtigung ihrer Neurodiversität. Beim Anpassen von Tools und Aktivitäten für neurodivergente Lernende gilt: Es geht nicht darum, andere so zu behandeln, wie Sie behandelt werden möchten, sondern so, wie sie behandelt werden möchten. Fragen, zuhören und offen bleiben für unterschiedliche Wege des Lernens und der Beteiligung.
Quellen
Louv, R. (2008). Last Child in the Woods: Saving Our Children from Nature-Deficit Disorder. https://richardlouv.com/books/last-child/ (Highlights the benefits of unstructured play in nature for cognitive and emotional development)
Gray, P. (2011). The Decline of Play and the Rise of Psychopathology in Children and Adolescents. https://files.eric.ed.gov/fulltext/EJ985541.pdf (Emphasizes the importance of free play in natural settings for mental health and resilience)
Darwin, C. (1872). Origin of Species: sixth British edition, p. 429 https://darwin-online.org.uk/Variorum/1872/1872-429-c-1869.html
Kuo, M., Barnes, M., & Jordan, C. (2019). Do experiences with nature promote learning? converging evidence of a Cause-and-Effect relationship. Frontiers in Psychology, 10. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2019.00305 (Shows that time in nature improves attention, learning, and creativity).
Sando, O. J., Kleppe, R., & Sandseter, E. B. H. (2021). Risky Play and Children’s Well-Being, Involvement and Physical activity. Child Indicators Research, 14(4), 1435–1451. https://doi.org/10.1007/s12187-021-09804-5 (Discusses how outdoor activities that involve risk-taking build resilience and problem-solving skills in children.)

