Vorbereitung
- Bereiten Sie sich vor, indem Sie kurz für sich brainstormen und einige Beispiele notieren – inklusive Prompts und möglichen Antworten zu Gefühlen und Emotionen. Einige dieser Beispiele können Sie in der Einführung teilen, um Lernende beim Einstieg zu unterstützen.
- Achten Sie außerdem darauf, dass alle Lernenden Zugang zu einem Journal haben – digital am Computer oder als Heft/Buch. Schaffen Sie im Unterricht eine ruhige, ablenkungsarme Atmosphäre.
Kompetenzen/Aktivitäten, die die Lehrperson zuerst üben sollte
- Machen Sie sich mit dem Vokabular für Gefühle und Emotionen vertraut. Es kann hilfreich sein, die Vielfalt möglicher Emotionen zu erkunden – z. B. wählen Sie einen Buchstaben und suchen Sie alle Emotionen, die mit „C“ beginnen. Oder nutzen Sie Ressourcen wie das „Gefühlsrad“ am Ende dieser Aktivitätskarte.
Levels in the activity
- Im Unterricht ausprobieren
- Neue Gewohnheiten
- Follow-up
Level 1: Im Unterricht ausprobieren
- Laden Sie die Lernenden ein, zweimal tief durchzuatmen und die Schultern sanft zu lockern.
- Führen Sie den Prompt ein. Er kann sehr einfach und allgemein sein, z. B.: Wie/was fühlen Sie heute? Oder er bezieht sich auf ein klimabezogenes Ereignis, z. B.: Als Sie von dem Ereignis gehört/gesehen/es erlebt haben – wie haben Sie sich gefühlt? Er kann auch nach einer Diskussion oder einem Ereignis mit klimabezogenen Inhalten eingesetzt werden. Möglich ist ebenso ein frei gewähltes Thema, etwa die Ereignisse des Tages, oder die Einladung, etwas aufzugreifen, das sie beschäftigt.
- Je nach Prompt können Sie zunächst ein Beispiel geben, z. B. zu Ihren Gefühlen in Bezug auf ein bestimmtes Ereignis, oder ein vorbereitetes Beispiel vorlesen. Ermutigen Sie die Lernenden, ihre Gefühle auszudrücken, und geben Sie ihnen Zeit, jedes einzelne zu benennen. Sie können Beispiele für Gefühle geben, indem Sie das „Gefühlsrad“ (siehe Ressourcen unten) zeigen. Beginnen Sie klein. Geben Sie nur wenige Minuten zum Schreiben (5–10 Min.). Betonen Sie, dass es keine Regeln gibt und kein „richtig“ oder „falsch“. Rechtschreibung und Zeichensetzung sind unerheblich – niemand bewertet. Ermuntern Sie dazu, ohne abzusetzen zu schreiben, bis die Zeit um ist. Stellen Sie außerdem klar, dass das Geschriebene privat ist.
- Nachdem Sie den Prompt eingeführt haben, laden Sie die Lernenden zum Schreiben ein. Manche benötigen etwas Zeit, um zur Ruhe zu kommen und Gedanken zu sammeln, andere beginnen sofort zu schreiben.


Lernende schreiben in ihr Journal, während sie Zeit in der Natur verbringen. Foto: Carmelo Zamora, REAL School Budapest
- Sie können die Übung damit abschließen, dass Sie fragen, ob jemand Eindrücke teilen, den eigenen Textauszug vorlesen oder einfach ein Gefühl nennen möchte, das im Zuge des Prompts auftauchte. Diese Gefühle können Sie auf Haftnotizen oder an der Tafel sammeln, um eine Gruppendiskussion anzustoßen.
Level 2: Neue Gewohnheiten
- Lassen Sie die Lernenden diese Übung über einen Monat hinweg an mehreren Tagen pro Woche wiederholen. Falls Sie ein Fach unterrichten, in dem die Übung nur einmal pro Woche erfolgt, empfehlen wir, 2–3 Monate weiterzumachen. In dieser Zeit wächst die Bereitschaft der einzelnen Lernenden, über ihre Gefühle zu schreiben, und rückblickend erscheinen große, herausfordernde Gefühle von früher oft kleiner. Das kann Selbstvertrauen und emotionale Resilienz im Umgang mit Schwierigkeiten stärken.
- Ermutigen Sie die Lernenden, Journaling als Hausübung zu übernehmen. In diesem Fall sollten sie die Tageszeit wählen, die ihnen zum Schreiben am besten passt. Eine feste Zeit zu setzen, fördert die Regelmäßigkeit.
Level 3: Follow-up
- Besprechen Sie mit den Lernenden, wie sie die Übung erleben und ob sie ihre neue Journaling-Gewohnheit fortführen möchten.
- Regen Sie die Bildung emotionaler Lernpaare in der Klasse an – für Interessierte. Die Mitglieder dieser Paare können gelegentlich ihre Schreibprompts miteinander teilen und ihre Einträge und/oder Gefühle in einem privaten Rahmen besprechen.
Was tun – was vermeiden?
Tun
- Bezogen auf Schritt 4 in Level 1: Manchmal kommen Lernende mit dem Schreiben nicht weiter oder werden beim Schreiben zeitweise aufgewühlt – das ist in Ordnung. In solchen Fällen kann es passend sein, sie einzuladen, über das Schreiben zu schreiben. Das hilft ihnen, mehr über sich selbst zu erfahren.
Anpassungen
Wir laden Sie stets ein, diese Aktivität an die Bedürfnisse Ihrer Lernenden anzupassen, einschließlich unter Berücksichtigung ihrer Neurodiversität. Beim Anpassen von Tools und Aktivitäten für neurodivergente Lernende gilt: Es geht nicht darum, andere so zu behandeln, wie Sie behandelt werden möchten, sondern so, wie sie behandelt werden möchten. Fragen, zuhören und offen bleiben für unterschiedliche Wege des Lernens und der Beteiligung.
Ressourcen
Auf dieser Seite finden Sie Vokabular, um über Emotionen zu sprechen: https://www.centervention.com/list-of-emotions-135-words-that-express-feelings
Hier finden Sie außerdem ein an verschiedene Altersgruppen angepasstes „Gefühlsrad“, das hilfreich sein kann: https://media.centervention.com/pdf/Feelings-Wheel.pdf
References
- Mehr Informationen finden Sie bei Greater Good in Education, einem kostenlosen Ressourcen-Hub für Lehrende des Greater Good Science Center der UC Berkeley:
- Weitere Informationen zum Journaling (und anderen Tools) finden Sie auf der Webseite von Transformation Hosts International (THI), einer Community of Practice für Transformatives Lernen und die Gestaltung der sozial-ökologischen Transformation:
- Mehr zur Wissenschaft hinter dem Journaling:
- Blake, T. (2005). Journaling; An active learning technique. International Journal of Nursing Education Scholarship, 2(1). https://doi.org/10.2202/1548-923X.1116
- Mehr zur Wissenschaft hinter Resilienz-Journaling:
- Lohner, M. S. & Aprea, C. (2021). The Resilience Journal: Exploring the Potential of Journal Interventions to Promote Resilience in University Students. Frontiers in Psychology, 12. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2021.702683
- Mehr über den Zusammenhang zwischen Journaling und Wohlbefinden:

