Vorbereitung
- Den Ort im Voraus kennen. Ein Vorab-Besuch und eine Risikoeinschätzung für die Aktivität sind unerlässlich.
Kompetenzen/Aktivitäten, die die Lehrperson zuerst üben sollte
- Je nach Aktivität sind Vorerfahrungen hilfreich; alternativ eine Begleitung durch lokale Guides/Fachpersonen.
Schritte in dieser Aktivität
- Vor dem Aufbruch
- Draußen in der Natur
Ob Wanderung im Wald, Kanutour auf einem ruhigen See, Zelten unter Sternen oder freies Spiel in der Natur – folgende Schrittfolge erleichtert den Einstieg:
Schritt 1: Vor dem Aufbruch
- Absicht klären. Definieren Sie Ziel und Intention des Naturabenteuers: Achtsamkeit fördern? Teamwork und Problemlösen stärken? Naturverbindung vertiefen? Eine klare Zielsetzung hilft, die Erfahrung an die Bedürfnisse und Interessen der Gruppe anzupassen – ob Kinder, Erwachsene oder gemischt.
- Passende Umgebung wählen. Wählen Sie einen Ort, der zum Ziel und zur Gruppe passt: Wald, Strand, Park, Fluss oder auch ein urbaner Grünraum. Das Setting prägt die möglichen Aktivitäten (z. B. Wandern im Wald, Paddeln auf dem See, freies Spiel auf einer Wiese).
- Sicheres, inklusives Umfeld schaffen. Dazu gehört die Vorbereitung auf Wetter, Gelände und Gruppendynamik.
- Vielfältige Zugänge ermöglichen. Nicht alle Lernenden begegnen der Natur gleich: Manche bevorzugen Bewegung (Wandern, Paddeln), andere die Stille (unter einem Baum meditieren, eine Landschaft skizzieren). Bieten Sie unterschiedliche Optionen an, und lassen Sie Lernende wählen, was sich stimmig anfühlt.
- Flexibel bleiben. Passen Sie die Aktivität an Energie der Gruppe, Wetter oder unerwartete Entdeckungen an. Flexibilität ermöglicht spontane Lernmomente – etwa beim Beobachten von Tieren oder besonderen Naturphänomenen – und vertieft so Engagement und Lernen.

Schritt 2: Draußen in der Natur
- Sicherheitsregeln und Grenzen kommunizieren. Legen Sie Bereiche für die Erkundung und Verhaltensregeln fest – zum Schutz der Lernenden und der Umgebung.
- Eigenständige Erkundung fördern. Ermutigen Sie Lernende, neugierig und im eigenen Tempo zu entdecken: einem Pfad folgen, durch einen Bach waten, einen Hügel erklimmen oder still sitzen und beobachten. Im Mittelpunkt steht die unmittelbare Naturerfahrung, die Staunen und persönliche Verbindung stärkt.
- Spielerisches Erleben einladen. Z. B. einen Unterschlupf bauen, Natur-Spiele spielen oder Kunst aus gefundenen Materialien gestalten. Freude und Spiel sind starke Motoren für Verbindung und Lernen.
- Mit Neugier leiten. Stellen Sie offene Fragen und regen Sie eigene Fragen der Lernenden an: „Was fällt dir hier auf? Was überrascht dich? Wie fühlst du dich an diesem Ort?“
- Reflexion und Austausch. Nach der Erkundung die Gruppe zum Teilen zusammenbringen: Gesprächsrunden, Geschichten, Journaling oder kreative Ausdrucksformen (Zeichnung, Gedicht). Laden Sie dazu ein, wahrgenommene Details, Gefühle und Gelerntes über sich selbst, andere und die Natur zu reflektieren.


Bilder eines Naturabenteuers, bei dem die Gruppe eine Kanuexpedition entlang der Donau unternahm. Foto: Carmelo Zamora, REAL School Budapest
Was tun – was vermeiden?
Anpassungen
Wir laden Sie stets ein, diese Aktivität an die Bedürfnisse Ihrer Lernenden anzupassen, einschließlich unter Berücksichtigung ihrer Neurodiversität. Beim Anpassen von Tools und Aktivitäten für neurodivergente Lernende gilt: Es geht nicht darum, andere so zu behandeln, wie Sie behandelt werden möchten, sondern so, wie sie behandelt werden möchten. Fragen, zuhören und offen bleiben für unterschiedliche Wege des Lernens und der Beteiligung.
Quellen
Diese Aktivität wurde von der REAL School Budapest entwickelt.
Louv, R. (2008). Last Child in the Woods: Saving Our Children from Nature-Deficit Disorder. https://richardlouv.com/books/last-child/ (Highlights the benefits of unstructured play in nature for cognitive and emotional development)
Ewert, A., & Yoshino, A. (2011). The influence of short-term adventure-based experiences on levels of resilience. Journal of Adventure Education and Outdoor Learning, 11(1), 35–50. https://doi.org/10.1080/14729679.2010.532986
Gray, P. (2011). The Decline of Play and the Rise of Psychopathology in Children and Adolescents. https://files.eric.ed.gov/fulltext/EJ985541.pdf (Emphasizes the importance of free play in natural settings for mental health and resilience)
Kuo, M., Barnes, M., & Jordan, C. (2019). Do experiences with nature promote learning? converging evidence of a Cause-and-Effect relationship. Frontiers in Psychology, 10. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2019.00305 (Shows that time in nature improves attention, learning, and creativity).
Sando, O. J., & Kleppe, R. (2019). Enabling Risky Play in Early Childhood Education and Care: The Importance of the Physical Environment.(Discusses how outdoor activities that involve risk-taking build resilience and problem-solving skills in children).

